Finis Poloniae 1831

 Dietrich Monten: Finis Poloniae 1831
Dietrich Monten: Finis Poloniae 1831. Alte Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin.

Info

Der polnische Oberbefehleshaber Tadeusz Kościuszko soll nach der verlorenen Schlacht bei Maciejowice 1794 “Finis Poloniae” (das Ende Polens) gesagt haben.

Das Gemälde  Finis Poloniae von Dietrich Monten von 1831 gehörte zu den bedeutendsten Motiven der "Polenbegeisterung" in Deutschalnd um 1831.

Das Gemäde befindet sich heute in der Alten Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin.

 

Lage im Atlas der Erinnerungsorte

Der polnische Oberbefehlshaber Tadeusz Kościuszko, der Anführer des nach ihm benannten Aufstandes gegen die preußischen und russischen Besatzer, soll nach der verlorenen Schlacht bei Maciejowice 1794 “Finis Poloniae” (lat. „das Ende Polens“) gesagt haben. Später bestritt er dies in einem Brief an den Grafen Philippe-Paul von Ségur. Man könnte heute annehmen, dass das angebliche Zitat eher auf eine gelungene Propaganda der Preußen zurückgeht, um die Freiheitsbestrebungen der Polen zu schwächen. Doch rund 35 Jahre später bekam der Ausspruch eine neue Bedeutung und gleich noch eine neue Symbolik dazu - durch das Bild “Finis Poloniae 1831”(1832) von Dietrich Monten.

Der Niederschlagung des Kościuszko-Aufstand folgte die dritte Teilung Polens 1795. Das Land verschwand von der Landkarte. Der polnische Novemberaufstand vom 1830 gegen die russischen Besatzer scheiterte ebenfalls. Der Kampf um die Heimat schien endgültig verloren. So flohen 1831 während der “Grossen Emigration” über zehntausend polnische Emigranten Richtung Belgien, Frankreich, Italien und Grossbritanien. Ihr Weg führte durch Deutschland. Die Solidarität der deutschen Liberalen mit den polnischen Flüchtlingen war groß. Es gab eine regelrechte “Polenbegeisterung”. In vielen deutschen Städten entstanden “Polenvereine”, die den polnischen Emigranten mit Sach- und Geldspenden halfen. Doch für die Deutschen, die zunehmend unter der absolutistischen Herrschaft in ihren Staaten litten, waren die Polen mehr als nur vorbeiziehende Exilanten. Sie gaben ihnen Mut und Kraft für das eigene Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Und so wurde die Begeisterung für die polnischen Freiheitskämpfer nicht nur in Liedern besungen, in Gedichten beschrieben, in Reden deklamiert, sondern auch in Bildern festgehalten. “Finis Poloniae 1831” ist so ein Bild mit Symbolcharakter ganz in der Stimmung der damaligen Zeit. Im Zentrum des Bildes sitzt ein polnischer Offizier auf einem weißen Pferd. Um ihn gruppieren sich verzweifelte Soldaten. Hinter ihnen steht die Grenzsäule mit der Inschrift “Finis Poloniae” - die Grenze des Landes symbolisiert  hier auch das Ende der Staatlichkeit.

Das Motiv von Dietrich Monten wurde gerne auch auf vielen Gebrauchsgegenständen wie Tabakdosen oder Pfeifenköpfen abgebildet und trug zu seiner Popularität bei. Es ist heute noch ein Beweis für die Hochachtung den polnischen Aufständischen gegenüber, die den polnischen Freiheitsgedanken durch Europa trugen.

Adam Gusowski

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