Buchbinder, Józef

Hl. Dreifaltigkeit, 1892
Hl. Dreifaltigkeit, 1892. Hauptaltar der Heiligen-Dreifaltigkeits-Kirche/Kościół pod wezwaniem Świętej Trójcy in Radzyń Podlaski

Info

Józef Buchbinder (1839-1909), polnischer Maler und Illustrator, 1862 Student der Kunstakademie Dresden, 1863 der Akademie der Bildenden Künste München

Buchbinder, Józef, polnischer Maler und Illustrator, 1862 Student der Kunstakademie Dresden, 1863 der Akademie der Bildenden Künste München. *17.12.1839 Mordy, †14.5.1909 Warschau. Bruder des Malers Szymon B. (1853-1924). Geboren in einer jüdischen Familie, hilft er schon als Kind seinem Vater beim Malen und Restaurieren von Gemälden. Seine Gymnasialzeit absolviert er in der Benediktinerabtei in Łuków. Aufgrund seines künstlerischen Talents beim Kopieren von Lithographien und Holzschnitten ermöglichen ihm die Benediktiner 1856-61 ein Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste Warschau/Akademia Sztuk Pięknych w Warszawie bei Rafał Hadziewicz (1803-1883) und Jan Ksawery Kaniewski (1805-1867). 1857 wird er in Mordy katholisch getauft. 1862 studiert er an der Kunstakademie Dresden bei Julius Hübner (1806-1882) und Carl Gottlieb Peschel (1798-1879). Am 2.2.1863 Eintritt in die Klasse für Malerei der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München, Studium bei Hermann Anschütz (1802-1880). 1863-68 studiert er an der Accademia di San Luca in Rom, wo er unter dem Einfluss der Malergruppe der Nazarener steht. Er kopiert Gemälde der Renaissance, unter anderem die „Madonna di Foligno“ von Raffael, und malt religiöse Kompositionen im Auftrag römischer Geistlicher. 1870 lässt er sich in Warschau nieder. Er malt zahlreiche, zumeist großformatige Altarbilder für Kirchen in ganz Polen, restauriert Kirchengemälde und Porträts. 1879-85 ist er Leiter der künstlerischen Abteilung der Wochenzeitung Tygodnik Ilustrowany, für die er Hunderte von Illustrationen schafft, zumeist Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten. Werke befinden sich den Nationalmuseen von Krakau und Warschau, in der Nationalgalerie in Lviv sowie in zahlreichen Kirchen Polens.

 

Literatur: Antoni Gawiński/Marian Wawrzeniecki: Józef Buchbinder. Polski malarz religijny (1839-1909), Warschau 1910; Halina Stępień/Maria Liczbińska: Artyści polscy w środowisku monachijskim w latach 1828-1914. Materiały źródłowe, Warschau 1994, S. 8, 31; Saur Allgemeines Künstlerlexikon, Band 14, München/Leipzig 1996, S. 662; Jednodniówka – Eintagszeitung. Neuausgabe, herausgegeben von Zbigniew Fałtynowicz / Eliza Ptaszyńska, Muzeum Okręgowe w Suwałkach, Suwałki 2008, zugleich Katalog der Ausstellung „Signatur - anders geschrieben. Anwesenheit polnischer Künstler im Lichte von Archivalien“, Polnisches Kulturzentrum, München 2008

 

Online: Matrikeldatenbank, Matrikelbuch 2, Akademie der Bildenden Künste München, 01930 Josef Buchbinder, http://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1841-1884/jahr_1863/matrikel-01930

eduteka, http://www.eduteka.pl/doc/buchbinder-jozef

Radzyń Podlaski, http://www.radzyn-podl.pl/turystyka/zabytki/kosciol-p-w-sw-trojcy.html

Muzeum Zamoyskich w Kozłówce, http://www.muzeumzamoyskich.pl/buchbinder

Arkadiusz Kulpa: Trzy daty urodzin (2014), auf: igrot.pl, http://www.igrot.pl/historia/500-trzy-daty-urodzin.html

 

Axel Feuß

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