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Daniel Libeskind. Ein Virtuose der Architektur

Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.

Der Architekt vertritt die Ansicht, dass das Entwerfen von Wohngebäuden die höchste Form der Architektur sei. Diese Überzeugung hat er schon oft unter Beweis gestellt, unter anderem in dem Projekt Reflections at Keppel Bay in Singapur, das sechs Hochhäuser in der Bucht am Eingang zum historischen Hafen von Singapur umfasst und als einer der weltweit beeindruckendsten Wohnkomplexe gilt. Die sich zueinander neigenden Wohntürme erwecken den Eindruck, als wären sie mitten im Tanz erstarrt, während die gläsernen Konstruktionen das Licht reflektieren, um den Bewohnern eine optimale Besonnung zu bieten. Im Gegensatz zu Libeskinds Museumsobjekten ordnen diese Bauten alles ihren Nutzungsfunktionen unter, um den Mietern bestmögliche Lebensbedingungen zu bieten.

Die von Libeskind geschaffenen Bauwerke verändern oft das Gesicht ganzer Viertel einer Stadt. So geschah es in Singapur und so war es auch in Düsseldorf, wo der Architekt an der Entstehung eines Gebäudeensembles aus Büros, Einzelhandel und gastronomischen Konzepten, dem sogenannten „Kö-Bogen“, beteiligt gewesen ist. Das für diese Baumaßnahme vorgesehene Gebiet zeichnete sich vor dem Zweiten Weltkrieg durch dichte Bebauung aus, die im Krieg zerstört wurde; nach dem Krieg entstand dort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt, der jedoch mit der Zeit an Bedeutung verlor. Daniel Libeskind steuerte zu diesem Projekt die Entwürfe zweier Bauten bei, die als „Haus Hofgarten“ und „Haus Königsallee“ bezeichnet werden, und die durch Objekte anderer Architekten ergänzt wurden. Die beiden wellenförmigen Bauwerke nach dem Entwurf von Libeskind markieren seit 2013 das neue Zentrum Düsseldorfs. Das Projekt der Wiederbelebung dieses Stadtquartiers wurde 2014 in Cannes mit dem renommierten MIPIM Preis in der Kategorie „Best Urban Regeneration Project“ (bestes Stadterneuerungsprojekt) ausgezeichnet.

Die Auftragsbücher von Daniel Libeskind sind immer gut gefüllt. Im August 2020 stimmte der Stadtrat von München dem Bau einer Synagoge im Zentrum der Stadt nach einem Entwurf von Libeskind zu. Die vollständige Finanzierung des Projekts ist noch nicht gesichert, doch die jüdische Gemeinde Beth Shalom hofft darauf, dass die erforderlichen Mittel beschafft werden können. Der Architekt spricht auch offen darüber, dass er in Polen weitere Objekte realisieren möchte. Über das Land, in dem er geboren wurde, äußert er sich voller Sympathie: „Ich bin Pole, bin hier geboren und aufgewachsen. Ich gehöre der polnisch-jüdischen Kultur an. Ich bin mit der Musik von Chopin und Moniuszko, mit „Pan Tadeusz“, mit polnischer Malerei und polnischen Traditionen aufgewachsen“[10], sagt er in einem Interview. Libeskind spricht immer noch recht gut polnisch, rezitiert auswendig Gedichte von Wisława Szymborska und zieht es dennoch vor, Interviews auf Englisch zu geben. Über Polen spricht er wie folgt: „Ich fand großes Gefallen an der Arbeit in Polen, einem Land, das meiner Meinung nach über unausgeschöpftes Potenzial verfügt. Nach so vielen Jahren des Kommunismus wird in Polen eine neue Architektur gebraucht, die den modernen Erwartungen und Trends entspricht. Ich habe nie vergessen, dass ich von hier komme, und ich hoffe, dass ich die Chance haben werde, hier ein weiteres Bauwerk zu errichten.“[11]

 

 

[10] Ebenda.

[11] Melodia architektury (Die Melodie der Architektur, Mateusz Żurawik im Gespräch mit Daniel Libeskind, [online] https://ladnydom.pl/budowa/7,167217,19641465,melodia-architektury-rozmowa-z-danielem-libeskindem.html (letzter Zugriff: 01.04.2021).

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  • Abb. 1: Wohnhaus in Covington, USA

    Wohnhaus in Covington, USA.
  • Abb. 2: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 3: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 4: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 5: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA.
  • Abb. 6: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA. 
  • Abb. 7: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA. 
  • Abb. 8: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 9: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 10: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 11: Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 12. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 13. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 14. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 15. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 16: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 17: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 18: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 19: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 20: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 21: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England
  • Abb. 22: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 23: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 24: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 25: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 26: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 27: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 28: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 29: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 30: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 31: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 32: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 33: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 34: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 35: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 36: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 37: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 38: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 39: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 40: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 41: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 42: Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011

    Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
  • Abb. 43: Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011

    Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
  • Abb. 44: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden

    Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 45: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden

    Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 46: Aussichtsplattform des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden

    Aussichtsplattform des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 47: Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz

    Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz.
  • Abb. 48: Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz

    Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz.
  • Abb. 49: Jüdisches Museum Berlin.

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 50: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 51: Warschau, Wohnhaus Złota 44 (rechts)

    Warschau, Wohnhaus Złota 44 (rechts).
  • Abb. 52: Royal Ontario Museum, Kanada

    Royal Ontario Museum, Kanada.
  • Abb. 53: Royal Ontario Museum, Kanada

    Royal Ontario Museum, Kanada.
  • Abb. 54: Wohnanlage in Mailand

    Wohnanlage in Mailand.
  • 55. Budynki tzw. Kö-Bogen w Düsseldorfie

    Budynki tzw. Kö-Bogen w Düsseldorfie
  • 56. Tarasy Kö-Bogen w Düsseldorfie.

    Tarasy Kö-Bogen w Düsseldorfie.
  • 57. Budynek Uniwersytetu Durham, Anglia.

    Budynek Uniwersytetu Durham, Anglia.
  • 58. "Wing" - rzeźba Daniela Libeskinda przed wejściem do budynku firmy Siemens, Berlin.

    "Wing" - rzeźba Daniela Libeskinda przed wejściem do budynku firmy Siemens, Berlin.
  • 59. "Wing" - rzeźba Daniela Libesknda przed wejściem do budynku firmy Siemens.

    "Wing" - rzeźba Daniela Libesknda przed wejściem do budynku firmy Siemens.