Eugeniusz Kubiaczyk: „Zwischen Verzweiflung und Zuversicht“

Eugeniusz Kubiaczyk in seinem Haus im polnischen Krzyż Wielkopolski, 2017
Eugeniusz Kubiaczyk in seinem Haus im polnischen Krzyż Wielkopolski, 2017

Die Anregung zur Erschaffung des monumentalen Werkes kam einst direkt von Karl Dedecius, der bekannten Koryphäe der polnischen Kultur in Deutschland und einem der bekanntesten Übersetzer der polnischen Literatur. Dedecius, der als Deutscher lange in Polen gelebt hat und 2006 seine Memoiren publizierte („Ein Europäer aus Lodz“, 2006 bei Suhrkamp, polnische Übersetzung folgte bei Wydawnictwo Literackie 2008), hat bei einer Veranstaltung anlässlich der Übergabe seines Archivs an die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) spontan an das versammelte Publikum eine zunächst rhetorische Frage gerichtet: „Es müsste sich eigentlich jemand unter den in Deutschland lebenden Polen finden, der, gleichsam zur natürlichen Vervollständigung meiner eigenen Memoiren, seine Zeit in Deutschland beschreiben würde.“ Eugeniscz Kubiaczyk war unter den Anwesenden, hat sich zur Wort gemeldet und spontan die Herausforderung angenommen. Nach dreizehn Jahren hat er das vollständige, beinahe 1.000-Seiten starke Werk vorgelegt.

Das Manuskript, das ursprünglich den Titel „Dokąd nogi poniosą“ („Wohin die Beine tragen“) hatte, befindet sich seit 2017 in der Sammlung von Porta Polonica.

Es besteht aus 5 Teilen, die sich verschiedenen Abschnitten der Geschichte seiner nach Sanz bei Greifswald ausgewanderten Familie widmen:

 

Teil 1: Genesis (1903 - 1925)
 

Teil 2: Apokalypsa (1939 - 1945)
 

Teil 3: Exodus (1945)
 

Teil 4: Deuteronomium (1946 – 1991)
 

Teil 5: Jubileusz. Memorandum. Suplement.

 

 

Jacek Barski