Braunschweig-Hochstrasse

Gedenkstätte Friedhof-Hochstraße in Braunschweig
Zustand der heutigen Gedenkstätte nach ihrer provisorischen Herrichtung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre

Die Gräberfelder mit den Opfern befanden sich nach vielen Jahrzehnten der Vernachlässigung in einem schlechten und ungepflegten Zustand. Auch das Wissen um den systematisch herbeigeführten Tod polnischer Kinder war aus dem Gedächtnis der Bürger der Stadt Braunschweig getilgt worden. Erste Aufräumarbeiten fanden im Herbst 1994 und in den folgenden Jahren statt. Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Friedhof Hochstraße“ wurden in dieser Zeit provisorisch Informationstafeln und Holzkreuze auf bzw. an den Gräbern platziert. In der Zwischenzeit erregte der Mord durch Unterlassung an den Säuglingen der polnischen Zwangsarbeiterinnen in sogenannten Entbindungsheimen oder Betreuungseinrichtungen Aufsehen in der Presse. So veröffentlichte der „Stern“ 1998 in zwei seiner Ausgaben eine Reportage über die in Vergessenheit geratene Vernichtung polnischer Neugeborener, zu der es in Braunschweig und in etwa 180 weiteren deutschen Ortschaften während des Zweiten Weltkrieges gekommen war.

Im Jahr 2001 wurde die „Gedenkstätte Friedhof-Hochstraße” feierlich eröffnet. Der bestehende Friedhofseingang wurde im Rahmen einer umfassenden Neukonzeption einer Gedenkstätte gänzlich verändert – anstelle eines existierenden großen Tores wurde eine Metalltafel mit Inschrift in deutscher und polnischer Sprache angebracht. Die Gräberfelder wurden gründlich aufgeräumt und es wurden Grabsteine mit den Namen der Opfer aufgestellt.

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Mediathek
  • Forderung des Arbeitskreis „Friedhof Hochstraße“

    Mahnung zur Aufarbeitung der traurigen Geschichte des Friedhofs, um 2000
  • Provisorische Holzkreuze für die verscharrten Säuglinge

    Aufgestellt vom Arbeitskreis „Friedhof Hochstraße“, Ansicht um 2000
  • Kranzniederlegung an den Gräbern ehemaliger Zwangsarbeiter*innen und deren Säuglingen

    Friedhof Hochstraße, um 2000
  • Der Kranz, gewidmet den Opfern von Krieg und Zwangsarbeit

    Überwiegend polnische Zwangsarbeiter*innen und etwa 150 Säuglinge wurden hier verscharrt.
  • „Maikäfer flieg“ von Denis Stuart Rose, 1995

    Gedenkplastiken für die teils namenlosen Opfer. Friedhof Hochstraße, 2001
  • Eröffnung der Gedenkstätte „Friedhof Hochstraße“

    Braunschweig, 2001
  • Neugestaltete Kreuze, z. T. mit Namen und Alter der Säuglinge

    Braunschweig, 2001
  • Denkmal für Opfer des Nationalsozialismus

    Gottesdienst und Weihung am Tag der Eröffnung, 2001
  • Kranzniederlegungen am Tag der Eröffnung

    Braunschweig, 2001
  • Rede am Tag der Eröffnung der Gedenkstätte „Friedhof an der Hochstraße“

    Braunschweig, 2001
  • Neugestalteter Eingangsbereich der Gedenkstätte

    Braunschweig, 2001
  • Die Informationstafel im Eingangsbereich

    Auf Polnisch und Deutsch. Braunschweig 2001
  • Weitergehende historische Informationen auf der Rückseite der Infotafel

    Gedenkstätte „Friedhof an der Hochstraße“ in Braunschweig, 2001
  • Die neu gestalteten Gräber der 150 Säuglinge und die Grabplatte mit ihren Namen

    Gedenkstätte „Friedhof an der Hochstraße“ in Braunschweig, 2001