Łaszczyński, Bolesław

Porträt einer Dame in einem Satinkleid/Portret damy w atłasowej sukni, 1882
Porträt einer Dame in einem Satinkleid/Portret damy w atłasowej sukni, 1882. Öl auf Leinwand, 141 x 95 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie

Łaszczyński, Bolesław, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. Um 1861-65 Studium der Archäologie in Heidelberg, 1865-68 an der Akademie der Bildenden Künste München. Nach einem Italienaufenthalt ist er von 1872 bis etwa 1877 wieder in München ansässig, erneut ab 1890. *6.11.1842 Grabowo (G. królewskie, Großpolen), †15.6.1909 Krakau. Sohn des Gutsbesitzers und Armeeoffiziers Stanisław Florian Ł. z Łaszczyna h. Wierzbna (1804-1871) und seiner Ehefrau Olga Halpert (1821-1872). Gymnasialzeit am Maria-Magdalena-Gymnasium in Posen, Abitur gemeinsam mit seinem älteren Bruder Władysław in Tienen/Tirlemont, Belgien. Anschließend geht er um 1861 nach Heidelberg, wo er Archäologie studiert. Am 18.1.1865 Eintritt in die Antikenklasse der Königlichen Akademie der Bildenden Künstein München, anschließend Studium in der Technischen Mal- und Kompositionsklasse von Hermann Anschütz (1802-1880). 1867 wird er mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Eng befreundet ist er mit dem polnischen Maler Maksymilian Gierymski (1846-1874, Mitglied der „Münchner Schule“). 1868 (oder 1870) schließt er sein Studium ab, geht nach Italien und lebt in Florenz und Rom. 1871 Heirat mit Józefa Kazimiera Moraczewska h. Cholewa (1851-1891), drei Kinder. 1872 kehrt er nach München zurück. 1877 lässt er sich in Warschau nieder. 1882-89 Mitglied im Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste/Towarzystwo Zachęty Sztuk Pięknych. Ab 1890 erneut in München. 1893-98 umfangreiche Arbeiten für den Dom und weitere Kirchen in Posen. Am Lebensende in Krakau ansässig. – Ł. malt Historienbilder aus der Geschichte Polens im realistischen Stil der „Münchner Schule“, auch „Der Tod Chopins“/„Śmierć Chopina“ (1874), und moralisierende Genreszenen in historischen Kostümen („Geißelung eines Adligen“/„Biczowanie szlachcica“, 1878, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie). Illustrationen schafft er zu literarischen Werken von Adam Mickiewicz (u.a. zu „Pan Tadeusz“), Henryk Sienkiewicz und Jędrzej Kitowicz. Für die 1869-71 in Posen erscheinende Wochenschrift Sobótka – Tygodnik Beletrystyczny Ilustrowany liefert er Holzschnitte. Religiöse Gemälde wie „Mariä Heimsuchung“, „Jungfrau Maria“, „Unbefleckte Empfängnis“, Heiligenbilder „Anna“ und „Michael“ dienen zur Ausstattung von Kirchen in Warschau und in Landgemeinden. 1893-98 fertigt er sechs Gemälde für den Domchor in Posen, zwei Gemälde für die dortige Herz-Jesu-Kapelle, Wandmalereien für die Kapelle des Priesterseminars sowie Fresken nach Raffael für die Kirche zur Verklärung Christi/Kościół Przemienienia Pańskiego. Während seines Aufenthalts in Italien entstehen Ortsansichten, Landschaften, Hafen- und Genreszenen, in Polen Ortsansichten und Dorflandschaften. Porträts schafft er unter anderem von Erzbischof Florian Stablewski, Konstanty Julian Ordon, von Damen der Gesellschaft und den eigenen Kindern. Werke befinden sich in den Nationalmuseen von Warschau und Krakau.