Myćka, Katarzyna

Katarzyna Myćka
Katarzyna Myćka

Soloauftritte bei den führenden Marimba-Festivals 1998 in Osaka, 2004 in Linz und 2010 in Minneapolis machten Myćka international zu einer Pionierin ihres Instruments. Ihr Amerikadebüt gab sie 1997 in Anaheim bei Los Angeles beim Internationalen Schlagzeugfestival der Percussive Arts Society (PASIC), deren German Chapter sie seit 2005 vorsteht. Solistisch gastierte sie u.a. bei den Stuttgarter Philharmonikern, den Bochumer Symphonikern, dem Sinfonieorchester in Bogota, dem Orchester des Staatstheaters Kassel, dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester in Flensburg, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem Beijing Symphony Orchestra, dem Wiener Kammerorchester, der Neubrandenburger Philharmonie, der Slowakischen Philharmonie in Bratislava und den Philharmonischen Orchestern Polens in Danzig, Łódź, Stettin/Szczecin, Oppeln und Wałbrzych.

Besonderen Wert legt sie auf die Ausbildung des Nachwuchses. 2003 gründete sie die Internationale Katarzyna Myćka Marimba Akademie (IKMMA), die seitdem alle zwei Jahre unter Beteiligung weiterer internationaler Dozenten an acht Tagen während der studentischen Sommerferien stattfindet und bei der jeder Teilnehmer täglich vierzig Minuten Einzelunterricht erhält. Tägliche Konzerte geben die Möglichkeit zu Ensemblespiel und Soloauftritten. Von 2003 bis 2007 fand die Akademie an der Karol-Lipinski-Universität für Musik in Breslau/Wrocław (Akademia Muzyczna im. Karola Lipińskiego we Wrocławiu) statt, 2009 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, 2011 an der Hochschule für Musik in Nürnberg und 2013 am Konservatorium der Stadt Luxemburg. Anlässlich der Akademie in Hannover 2015 gab es ein Eröffnungskonzert der Dozenten im Richard-Jacoby-Saal der Musikhochschule, ein Konzert mit Werken des griechischen Komponisten Christos Hatzis sowie ein Abschlusskonzert der Teilnehmer mit kammermusikalischen Werken von Mussorgsky, Jarrod Cagwin und Eric Sammut. Von 2006 bis 2009 unterrichtete Myćka an der Ignacy-Jan-Paderewski-Musikakademie in Posen/Poznań (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu), der ersten Hochschule in Polen, an der man ein Meisterstudium im Fach Marimba abschließen konnte. Für das Studium an deutschen Hochschulen wünscht sich die Musikerin eine Herauslösung aus dem Schlagzeug-Bereich und die Etablierung eines eigenen Studiengangs.

Zwischen 1997 und 2008 hat sie sechs CDs eingespielt. Die Mehrzahl enthält zeitgenössische Kompositionen, aufgenommen beim Südwestrundfunk in Stuttgart. Es sind aber auch Konzerteinspielungen mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken (2001) und Cembalo/Marimba-Konzerte von Johann Sebastian Bach mit dem Nationalen Radioorchester Bukarest (2005) darunter. Für den November 2015 plant die Musikerin eine weitere CD-Einspielung, diesmal mit dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Trompeten-Virtuosen Gábor Boldoczki und dem Dirigenten Matthias Kuhn. Sie freut sich darauf, Konzerte von Ignatowicz, Séjourné, Sammut und Ney Rosauro aufzunehmen.

Axel Feuß

 

Quellen:

Interview, geführt 2006 von Evgeniya Kavaldzhieva auf marimba-portal.de

Interview, geführt 2009 von Tobias W. Pfleger auf klassik.com

Webseite der Künstlerin: marimbasolo.com

Instrument Marimba One: marimbaone.com

stuttgarter-philharmoniker.de

Anna Ignatowicz-Glińska: Konzert für Marimba, Trompete und Streichorchester, Katarzyna Myćka und die Prager Kammerphilharmonie, Leitung: Matthias Kuhn, Liederhalle Stuttgart, 2011 (youtube.com)

Auskünfte der Künstlerin