Pillati, Ksavery

Außenansicht des Gebäudes der früheren Polnischen Bank/Widok zewnętrzny gmachu byłego Banku Polskiego, in: Tygodnik Ilustrowany, Band VII, Nr. 159, Warschau, 16. Januar 1886
Außenansicht des Gebäudes der früheren Polnischen Bank/Widok zewnętrzny gmachu byłego Banku Polskiego, in: Tygodnik Ilustrowany, Band VII, Nr. 159, Warschau, 16. Januar 1886

Pillati, Ksavery, polnischer Maler, Zeichner und Illustrator, Mitglied der „Münchner Schule“. 1868-71 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *1843 Warschau, †31.1.1902 Zakopane. Bruder des Malers und Illustrators Henryk P. (1832-1894, Studium 1856 in München bei Wilhelm von Kaulbach und Karl Theodor von Piloty fraglich), Vater des Malers Gustaw P. (1874-1931, 1908 Student in München an der privaten Malschule von Simon Hollósy) und des Bildhauers Stefan P. (nach 1874-nach 1938). Sohn des Beamten Franciszek P. und seiner Ehefrau Małgorzata Kozłowska. 1857-61 oder 1859-64 Studium in Warschau an der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknych(1859 Preis), 1866-68 in der Zeichenklasse/Klasie Rysunkowej bei Ksawery Jan Kaniewski (1805-1867). Am 30.10.1868 Eintritt in die Antikenklasse der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München, Studium bis 1871 bei dem Historienmaler Hermann Anschütz (1802-1880) und dem Historienmaler Sandór (Alexander von) Wagner (1838-1919); 1871 Bronzemedaille. 1870-71 Mitglied des Münchner Kunstvereins. 1869 heiratet er Maria Bagniewska, zwei Söhne: Gustaw und Stefan. 1871 kehrt er nach Warschau zurück, wo er als Illustrator für zahlreiche Zeitschriften arbeitet, darunter Tygodnik IlustrowanyBiesiada LiterackaKłosyWędrowiecOpiekun DomowyWolne Żarty; ab 1878 für die neu gegründete Zeitschrift Tygodnik Powszechny, später deren künstlerischer Leiter, ebenso bei Biesiada Literacka. – Zu Beginn malt P. Genreszenen und Porträts in Öl und Aquarell („Porträt der Frau des Künstlers“/„Portret żony artysty“, um 1870, Öl, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie). Zum Lebensunterhalt der Familie muss er sich jedoch fast ausschließlich illustrativen Arbeiten zuwenden. Mit Hunderten von realistischen, teils skizzenhaften, teils detaillierter ausgeführten Zeichnungen mit vergleichsweise steifen Figuren als Vorlagen für Holzschnitte in den genannten Zeitschriften entwickelt er sich schnell zum beliebtesten und bekanntesten Illustrator und Pressezeichner in Polen. Er schildert aktuelle Ereignisse wie weltliche und kirchliche Feierlichkeiten, Unglücksfälle und Katastrophen, Sportereignisse, Ausstellungen und Theaterpremieren, zeichnet Ansichten von Warschau und aus der Provinz, architektonische Motive (siehe Titelbild), Volkstypen, allegorische Kompositionen, humoristische Szenen, Vignetten und Porträts. 30 Bildnisse und Szenen schafft er für das Buch „Wizerunki książąt i królów polskich“ von Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887), Warschau 1888 (Neuauflage Krakau 1991), weitere Porträts für die „S. Orgelbranda encyklopedja powszechna“ von Samuel Orgelbrand (1810-1868) Nachfolger, Warschau, ab 1898. Erst zu seinem Lebensende malt P. wieder Genreszenen, religiöse Motive und Landschaften in Öl. Werke befinden sich in den Nationalmuseen von Warschau, Krakau und Stettin/Szczecin und im Masowischen Museumin Płock/Muzeum Mazowieckie w Płocku.

 

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