Radziejowski, Stanisław

Porträt Feliks Cichocki/Portret Feliksa Cichockiego (Feliks Cichocki Nałęcz, 1861-1921, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“), München 1887
Porträt Feliks Cichocki/Portret Feliksa Cichockiego (Feliks Cichocki Nałęcz, 1861-1921, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“), München 1887

Radziejowski, Stanisław, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1885-87/88 Student der Akademie der Bildenden Künste München. 1895-1902 erneut in München ansässig und künstlerisch tätig. *6.6.1863 Zegartowice, südöstlich von Krakau, †2.4.1950 Krakau. Sohn des Rittergutsbesitzers Władysław R. (um 1830-1904) und seiner Ehefrau Jadwiga Kałuska. Bereits als Kind erhält er 1874-75 ersten Malunterricht an der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknych in Krakau. 1880-85 studiert er dort bei Jan Matejko (1838-1893); Freundschaft mit Ludwik de Laveaux (1868-1894, beide Mitglieder der „Münchner Schule“). Am 17.4.1885 Eintritt in die Malschule des Genre- und Landschaftsmalers Otto Seitz (1846-1912) an der Königlichen Akademie der Bildenden Künstein München, Studium bis 1887/88; de Laveaux beginnt sein Studium in München am 18.10.1887 ebenfalls bei Seitz. Freundschaft mit Włodzimierz Tetmajer (1861-1923, Mitglied der „Münchner Schule“), der sein Studium in München am 20.12.1886 bei Sandór (Alexander von) Wagner (1838-1919) antritt. 1888-91 studiert R. erneut an der Krakauer Kunstschule bei Matejko. Anschließend geht er nach Paris. 1894 heiratet er Helena, die jüngste Tochter des Grundbesitzers von Trzebienice und Przybysławice bei Miechów, 20 km nördlich von Krakau, Leon Strasburger (1845-1883).1895-1900 (oder 1902) lebt und arbeitet er wieder in München. 1895/96 arbeitet er dort unter der Leitung von Louis (Ludwig) Boller (1862-1896) und zusammen mit Stanisław Janowski (1866-1942), Teodor Axentowicz (1859-1938), Antoni Piotrowski (1853-1924, alle Mitglieder der „Münchner Schule“) und anderenan einem „Panorama der Tatra“/„Panorama Tatr“ (Fragmente im Nationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie), das zunächst in München und später in Warschau ausgestellt wird. 1897 ist er mit einem Porträt von Adam Mickiewicz an der nur einmal erscheinenden Zeitschrift Jednodniówka der polnischen Künstlerkolonie in München beteiligt. 1901/02 geht er nach Polen zurück, lebt zunächst in Krakau und lässt sich 1904 auf dem von seiner Ehefrau ererbten Grundbesitz in Trzebienice nieder, unterhält aber weiterhin in Krakau ein Atelier. Ab 1942 lebt er wieder dauerhaft in Krakau. – R. malt Porträts und Landschaften im realistischen Stil der „Münchner Schule“ sowie religiöse Motive („Flucht nach Ägypten“, in orientalistisch-symbolistischem Stil). Von den 1880er-Jahren bis in die 1930er-Jahre bearbeitet er in seinen Ölbildern vor allem symbolistische Themen, die aus der polnischen Volksüberlieferung und der slawischen Mythologie stammen, darunter Bilder von slawischen Gottheiten („Południca“, 1892; „Dziwożona“, 1901; „Hexentanz“/„Taniec czarownic“, 1935), oder aber den gängigen Themen der Symbolisten entsprechen („Schlafende Nymphe“/„Śpiąca rusałka“, 1910). Werke befinden sich in den Nationalmuseen von Warschau, Krakau und Posen/Poznań.

 

 

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  • Porträt Feliks Cichocki/Portret Feliksa Cichockiego, 1887

    Porträt Feliks Cichocki/Portret Feliksa Cichockiego, 1887

    Porträt Feliks Cichocki/Portret Feliksa Cichockiego, München 1887. Öl auf Leinwand, 67 x 54 cm