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Raczyński, Aleksander

Selbstporträt, um 1870. Öl auf Leinwand, 115 x 85,5 cm, Nationale Kunstgalerie Lviv
Selbstporträt, um 1870. Öl auf Leinwand, 115 x 85,5 cm, Nationale Kunstgalerie Lviv

Raczyński, Aleksander, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1842-46 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *1822 Lemberg (heute Lviv), †16.11.1889 ebenda. Sohn des Magistratsbeamten Jan P. Erste künstlerische Ausbildung in Lemberg bei Jan Kanty Ignacy Maszkowski (1794-1865), dann 1840-42 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Am 18.9.1842 Eintritt in die Königliche Akademie der Bildenden Künste in München zum Studium der Malerei, Studium bis 1846. Anschließend geht er nach Paris, wo er bis etwa 1857 lebt und unter anderem nach Horace Vernet (1789-1863) kopiert. Dann reist er nach Italien. Seit etwa 1860 ist er wieder in Lemberg ansässig. Ab 1866 gehört er zu den Mitbegründern der Lemberger Gesellschaft der Freunde der Schönen Künste/Towarzystwo Przyjaciół Sztuk Pięknych we Lwowie und später zu deren künstlerischer Kommission. Er arbeitet auch als Direktor der Technischen Akademie/Akademia Techniczna we Lwowie (dem späteren Polytechnikum/Politechnika Lwowska). – R. zeichnet während seiner Studienzeit humoristische Szenen und Karikaturen aus der Künstlerszene (Ossolinski-Nationalbibliothek/Zakład Narodowy im. Ossolińskich, Breslau/Wrocław). Während seiner Pariser Zeit malt er Genrebilder in der realistischen Manier der Spätromantik, jedoch vergleichsweise glatt und steif („In der Gesindekammer“/„W izbie czeladnej“, 1849; „Jäger“/„Myśliwy“, 1857, beide Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie). Hinzu kommen religiöse und historische Szenen, zeitgenössische Kampfszenen aus dem Krimkrieg 1853-56 („Zuaven im Kampf“/„Żuawi w walce“, um 1858, Nationale Kunstgalerie Lviv), Landschaften und Tierbilder („Kühe“, 1876). In Italien entstehen Genreszenen, maritime Motive und Stadtansichten von Venedig. In Mailand erscheint von ihm 1864 ein Tafelwerk mit 25 lithographierten Porträts von prominenten Aufständischen aus dem polnischen Januaraufstand 1863 unter dem Titel „Galerie des hommes illustres de l'empire de Pologne“ (Nationalbibliothek Warschau/Biblioteka Narodowa w Warszawie). Nach seiner Rückkehr nach Lemberg malt er vorwiegend Porträts, darunter zahlreiche Porträtstudien von Unbekannten, in der Hauptsache jedoch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter der Dichter und Geograph Wincenty Pol, der Dichter und Dramatiker Aleksander Fredro, die Generäle Józef Dwernicki und Maciej Rybińsksi, der Erzbischof der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Hryhoriy Yakhymovych, der Dichter Józef Bohdan Zaleski und der Stadtpräsident von Lemberg, Aleksander Jasiński, ausgeführt in konservativ-repräsentativem Realismus, teilweise noch im Stil der Spätromantik (Selbstporträt, siehe Titelbild). Landschaftliche Hintergründe zahlreicher Porträts führt sein Freund Artur Grottger (1837-1867) aus. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten malt er in späten Jahren Porträts nach Fotografien. Werke befinden sich unter anderem in den Nationalmuseenvon Warschau, Krakau und Przemyśl, in der Nationalbibliothek Warschau/Biblioteka Narodowa w Warszawie, in der Ossolinski-Nationalbibliothek/Zakład Narodowy im. Ossolińskichin Breslau/Wrocław sowie in der Nationalen Kunstgalerie Lviv

 

 

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  • Selbstporträt, um 1870

    Selbstporträt, um 1870. Öl auf Leinwand, 115 x 85,5 cm