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Rygier, Teodor

Adam-Mickiewicz-Denkmal auf dem Hauptmarkt in Krakau, 1882-1898
Adam-Mickiewicz-Denkmal auf dem Hauptmarkt in Krakau, 1882-1898

Rygier, Teodor, polnischer Bildhauer, Mitglied der „Münchner Schule“. 1863 Aufenthalt in Dresden und Studium an der Akademie der Bildenden Künste München. 1865/66 in Berlin. *9.10.1841 Warschau, †15. oder 18.12.1913 Rom. 1856-61 Studium in Warschau an der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknych bei dem Bildhauer Konstanty Hegel (1799-1876). 1863 hält er sich in Dresden und München auf. Am 25.4.1863 Eintritt in die Bildhauerklasse der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München (im Matrikelbuch vermutlich falsch als Isidor R. verzeichnet), Studium vermutlich bei dem Bildhauer Max Widnmann (1812-1895). Noch im selben Jahr geht er nach Wien und studiert dort bei dem Bildhauer Franz Bauer (1798-1872). 1865 wird er in Berlin durch die Akademie der Künste für eine Studie nach der Natur mit einem Stipendium für einen Aufenthalt in Paris ausgezeichnet, den er 1865/66 absolviert und bei dem er vor allem von dem Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux (1827-1875) beeinflusst wird. 1866 ist er erneut in Berlin, um dort Fabriken für Keramiköfen und eine Tongrube zu besichtigen. 1867 geht er zurück nach Warschau und eröffnet im Haus seiner Familie eine Werkstatt für künstlerische Erzeugnisse aus Terrakotta. 1873 geht er nach Florenz. Ab 1886 lebt und arbeitet er in Rom in eigenen Ateliers. Er hält den Kontakt nach Polen, reist häufig nach Warschau und Krakau, wo er ausstellt und Aufträge ausführt. Er ist aktives Mitglied der Warschauer Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste/Towarzystwo Zachęty Sztuk Pięknych sowie Ehrenmitglied der Akademien der Künste von Florenz, St. Petersburg und Bologna. – In der polnischen Bildhauerkunst gilt R. als Vertreter der akademischen Strömung. Romantisch-idealisierenden Anspruch verbindet er mit an der Realität geschulter Beobachtungsgabe. Geschätzt wird er zu seiner Zeit durch die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe seiner Porträts, akribisch ausgeführte Details und die virtuose Behandlung der Werkstoffe, eine weiche Linienführung und eine reiche Modellierung von Licht und Schatten. Ab den 1860er-Jahren schafft er vor allem Porträtbüsten (Juliusz Kossak, 1889, Bronze, Nationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie; Helena Modrzejewska, 1875, Marmor) und Medaillons (Aleksander Lesser, 1869, Gips; Jan Matejko, 1872, Marmor, beide Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie), außerdem schafft er idealisierte weibliche Büsten nach antikem Vorbild. Religiöse Werke in akademisch-idealisierendem Stil zeigen die „Heilige Madonna als Himmelskönigin“ (um 1882, Marmor, Nationalmuseum Krakau) und einen „Auferstandenen Christus“ für die Kirche in Miechów (1875, Kupferblech; realisiert 1887 für die Kirche in Kadzidło). Allegorische Kompositionen zeigen „Glaube“ (1876, Gips) und „Bildhauerei“ (1884), Genremotive einen „Goralen mit Pfeife“ (Marmor, 1887). An weiblichen Motiven schafft er eine tanzende „Bacchantin“ (1887, Bronze, Nationalmusem Krakau), eine „Lautenspielerin“ (1890) und eine „Junge Römerin“ (1902). Mehrfach arbeitet er Statuen von Nikolaus Kopernikus und Józef Ignacy Kraszewski. Figürliche Bauplastik führt er an öffentlichen Gebäuden in Warschau, Krakau und Lemberg (heute Lviv) aus. Neben Wettbewerbs-Teilnahmen für Denkmäler auf Viktor Emanuel II. in Rom (1881) und Zar Alexander II. in Moskau (1882) gründet sich sein Ruhm und seine Popularität vor allem auf das Adam-Mickiewicz-Denkmal in Krakau (Wettbewerbe ab 1882, eingeweiht 1898, zerstört 1939, wiederhergestellt 1955, siehe Titelbild). Die auf einem Sockel stehende Statue des Dichters ist im unteren Teil von Allegorien der Wissenschaft, der Poesie, der Liebe und des Ruhms umgeben. Werke befinden sich außer in den genannten Nationalmuseum noch im Museum von Warschau/Muzeum Warszawy.

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