Penther, Daniel

Selbstporträt/Portret własny, 1870. Öl auf Leinwand, 43 x 35,5 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie
Selbstporträt/Portret własny, 1870. Öl auf Leinwand, 43 x 35,5 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie

Penther, Daniel, deutsch-polnisch-österreichischer Maler, Restaurator, Museumskustos und Kunstsammler, Mitglied der „Münchner Schule“. Ab 1856 Student der Akademie der Bildenden Künste München, 1858/59 im Privatatelier von Franz von Lenbach.*1837 Lemberg (heute Lviv), †10.2.1887 Wien. Sohn eines Kaufmanns deutscher Herkunft, Vater des Zoologen und Wiener Regierungsrats Dr. Arnold Penther (1865-1931). Zunächst studiert er vermutlich in Lemberg bei Jan Kanty Ignacy Maszkowski (1794-1865), dann 1855-56 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Am 14.11.1856 Eintritt in die Antikenklasse der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München, schließlich studiert er 1858/59 im Privatatelier von Franz von Lenbach (1836-1904). Während seiner Münchner Studienzeit pflegt er engen Kontakt zu den übrigen polnischen Studenten der Kunstakademie, darunter Parys Filippi (1836-1874), Izydor Jabłoński (1835-1905), Marceli Maszkowski (1837-1862), Jan Matejko (1838-1893), Karol Młodnicki(1835-1900, alle Mitglieder der „Münchner Schule“)und Artur Grottger (1837-1867),die sich meist in der gemeinsamen Wohnung von Maszkowski und Młodnicki treffen. Enge Verbindung hat er zu Matejko, der kein Deutsch spricht und den er aus diesem Grund oft in München und auf Reisen begleitet. Gern trägt er in der polnischen Kolonie klassische Werke der deutschen Literatur vor.1863/64 ist er in Rom, 1867 in Paris, wo er mit Grottger zusammentrifft, für den er einen Brief von dessen Verlobter, Wanda Monné (1850-1923, später verheiratete Młodnicka),aus Lemberg mitbringt und wieder Antwortpost zurück mitnimmt. Grottger stirbt noch im selben Jahr in Paris. 1870 ist P. in Lemberg. 1871/72 lässt er sich in Wien nieder. 1873 reist er nach Tiflis, wo er vorübergehend als Hofmaler des Großfürsten Michael Nikolajewitsch Romanow, Generalgouverneur von Transkaukasien, und als Zeichenlehrer der Großfürstin arbeitet. 1873/74 reist er nach England und Italien. Ab 1881 arbeitet er als Kustos an der Galerie der Wiener Akademie der bildenden Künste, wo er auch zahlreiche Restaurierungen, unter anderem eines Gemäldes von Antonio da Correggio (1489-1534), durchführt. – P. erlangt durch das Kopieren alter Meister, unter anderem nach Rembrandt, Moretto da Bescia und Palma Vecchio, große technische Fertigkeit. In seinem eigenen Werk tritt er vor allem durch Porträts im Stil der Pariser Maler Jean-Jacques Henner (1829-1905) oder Eugène Carrière (1849-1906) hervor, unter anderem mit Bildnissen des polnischen Publizisten Karol Libelt (1869), des Lemberger MalersJan Kanty Ignacy Maszkowski (1861), des polnisch-österreichischen Politikers Seweryn Walenty Konstanty Smarzewski, des polnischen Dichters Józef Bohdan Zaleski und des österreichischen Schriftstellers Franz Grillparzer (1872). Außerdem malt er biblische Themen („Moses mit den Gesetzestafeln“/„Mojżesz z tablicami przykazań“, 1868; „Heilige Familie“, 1877) und mythologische Szenen („Juno und Aeolus“/„Junona i Eol“) in einem neobarocken Stil. Für die Halle der Technischen Universität in Lemberg schafft er elf Entwürfe für allegorische Figuren. Werke befinden sich im Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowew Warszawie, in Wien im Historischen Museum, in der Gemäldegalerieder Akademie der bildenden Künste und im Belvedere, in München in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

 

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  • Selbstporträt/Portret własny, 1870

    Selbstporträt/Portret własny, 1870

    Selbstporträt/Portret własny, 1870. Öl auf Leinwand, 43 x 35,5 cm