Wieleba Lech – Poetic Jazz

Die Band Poetic Jazz: Lech Wieleba, Claas Ueberschär, Pawel Wieleba, Enno Dugnus (von links nach rechts)
Die Band Poetic Jazz: Lech Wieleba, Claas Ueberschär, Pawel Wieleba, Enno Dugnus (von links nach rechts)

In Olten in der Schweiz gastierte das Quartett im April 2005 auf Einladung des Vereins Jazz in Olten in der Vario-Bar. Silvano Luca Gerosa, bis 2008 Präsident des Vereins und heute nebenberuflich Redaktionsmitglied des Schweizer Jazzmagazins Jazz 'n' more, schrieb in den Ankündigungen für das Konzert, dort würden „Elemente der Klassik und des Jazz mit einer slawischen Melodik zusammengeführt, was eine seltsam ergreifende, wunderschöne poetisch-lyrische Musik entstehen lässt“, und ausführlicher: „In der Tat scheuen sich Poetic Jazz nicht vor einmalig schönen, verträumten Melodien, aber auch melancholischen Stimmungen. Selten berührt einen eine Jazzformation emotional dermaßen, fährt unter die Haut. Dazu trägt sicher auch die besondere Besetzung mit einem von Claas Ueberschär lyrisch geblasenen Flügelhorn bei. Das Schlagzeug schlägt – streichelt, müsste man der Korrektheit halber sagen – Wielebas Sohn Pawel. Besonders zu erwähnen gilt es den polnischen Pianisten Vladislav Sendecki, der als Pianist der NDR Big Band bekannt wurde und mit Größen wie Jaco Pastorius, Joe Henderson oder Billy Cobham spielte.“

Im Dezember 2005 erschien das CD-Album „Danzarina“, wiederum mit Klöpfel am Flügelhorn, mit Vladislav Sendecki am Klavier und mit Pawel Wieleba am Schlagzeug. Das Album enthält erste Versionen von „Dla Ireny“ und „Blue Tango Nuevo“. Im April 2006 gastierte Poetic Jazz im Berliner Museum Europäischer Kulturen mit einem Konzert zur Finissage der Ausstellung „Polenbegeisterung. Deutsche und Polen nach dem Novemberaufstand 1830“ und zum Deutsch-Polnischen Jahr 2005/06. Am 12. Dezember 2007 gab das Ensemble in der Hamburger Laeiszhalle sein Weihnachtskonzert mit dem Programm „Danzarina“, erweitert um Bearbeitungen der Musik des siebzig Jahre zuvor verstorbenen polnischen Komponisten Karol Szymanowski (1882-1937). 2009 kam die CD „Mazur“ heraus, zu der Poetic Jazz mit dem Untertitel „To poezja bez słów“ (dt. Poesie ohne Worte) eine „Release Tour“ durch kleinere deutsche Städte wie Lippstadt, Rendsburg, Cloppenburg, Grefrath und Krefeld veranstaltete. 2010 absolvierte das Ensemble neben Konzerten in norddeutschen Städten auch Aufführungen im Schloss Seefeld in Oberbayern und im Schloss Rapperswil am Zürichsee, wo es ein Abschlusskonzert zum Jubiläumsjahr des 140-jährigen Bestehens des Polenmuseums Rapperswil gab. 2011 standen deutschlandweit zehn Konzerte sowie das Komeda Jazz Festival in Słupsk auf dem Programm. Auf der CD „Mazur“ ist Enno Dugnus am Klavier dabei und die ersten Versionen von „Zbynio“ und „Elven Dance“ sind zu hören.

Seit dem neuesten Album „Poetic Jazz Symphonic“ präsentiert sich das Ensemble Poetic Jazz mit Claas Ueberschär an Flügelhorn und Trompete, Enno Dugnus am Klavier, Pawel Wieleba am Schlagzeug und Lech Wieleba am Kontrabass. Pawel Wieleba wurde 1981 in Danzig geboren. Seine Mutter ist die Musikpädagogin Ewa Bautembach-Wieleba. Als Kind und Jugendlicher lernte er Klavier und Schlagzeug. Er besuchte drei Jahre lang in Hamburg die Musikschule Achtelik & Co und lernte dort bei Robbie Smith und Lorenz Hoppe das Schlagzeugspiel zu populären Musikstilen. Er spielte in Bands und gelangte über Rock- und Funk-Combos zum Jazz. 2009 beendete er sein Studium der Systematischen Musikwissenschaften an der Universität Hamburg mit einer Abschlussarbeit über „Konzepte des Schlagzeugspiels". Enno Dugnus, Jahrgang 1959, absolvierte von 1982 bis 1987 ein klassisches Studium von Klavier und Trompete an der Musikakademie der Stadt Kassel und lebt seit 1991 in Hamburg. Er war an zahlreichen Theaterproduktionen u.a. am Lübecker Theater und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg beteiligt, war musikalischer Leiter für Produktionen am Altonaer Theater in Hamburg und war an Berliner Theatern tätig. Dugnus hat auch ein eigenes Trio, mit dem er unter anderem im Januar 2016 in der Hamburger Bar Italia Musik von Krzysztof Komeda und selten gehörte brasilianische Musik aufführte. Claas Ueberschär, geboren 1966, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und an der Folkwang Musikhochschule in Essen, wo er 1992 sein Diplom ablegte. Von 1993 bis 1995 besuchte er als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) The New School und das Mannes College of Music in New York. Ende der Neunzigerjahre ging er nach Hamburg und ist seitdem fester Bestandteil der dortigen Jazz-Szene. Auch er hat seine eigene Band, das Quartett claasue4, dem unter anderem der 1977 in Tychy in Polen geborene Jazz-Pianist Matthäus Winnitzki angehört und das im Februar 2016 sein zweites Album herausgebracht hat.

Axel Feuß, April 2016

 

Quellen:

www.poetic-jazz.com sowie zahlreiche Webseiten im weltweiten Netz.

Wir danken Lech Wieleba und Simone Louis für Informationen und Korrekturen.

Krystyna Danilecka-Wojewódzka / Andrzej Obecny: POETIC JAZZ symfonicznie na Festiwalu Pianistyki Polskiej, in: Moje Miasto, Nummer 18 (269) Słupsk, 27.9.2014, www.mojemiasto.slupsk.pl

www.jazzinolten.ch

Silvano Luca Gerosa: Verträumt und melancholisch. Olten. Poetic Jazz gastiert in der Vario-Bar, in: Oltener Tagblatt vom 15. April 2005

www.filharmonia.gda.pl/pl/repertuar/icalrepeat.detail/2015/04/12/853/-/poetic-jazz