Verden

Denkmal auf dem Gräberfeld für Opfer des Krieges
Denkmal auf dem Gräberfeld für Opfer des Krieges

DOMAGAŁA JÓZEF Schütze, Pseudonym Ziutek (im Archiv des Museums des Warschauer Aufstandes geführt als Domagało)

* 10.2.1931 Lublin

Kriegsgefangener Nr. 223 453 Stalag X B Sandbostel und Stalag VI C Oberlangen

† 13.6.1945 Verden

 

Eine runde Platte am Fuße des Denkmals enthält den folgenden deutschen Text:

 

Zum Gedenken an die in der Stadt Verden/Aller verstorbenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa und die Kinder aus Belgien und den Niederlanden

 

Der Weg Józef Domagałas bis zur Befreiung von Stalag VI C ist bekannt, doch über sein weiteres Schicksal gibt es keine verlässlichen Informationen. Ein am 12.8.1987 ausgestelltes Dokument zeugt von der Verlegung des Grabes am 20.4.1972 nach Warschau, doch keine anderen Dokumente belegen das.

Das Gräberfeld für Ausländer, zivile Opfer des Kriegs, entstand in den ersten Monaten nach Beendigung der Kriegshandlungen. Die über das Friedhofsgelände verstreuten Gräber wurden in eine Ecke verlegt. Ihre letzte Ruhestätte fanden dort 54 Erwachsene, darunter 23 Polinnen und Polen, überwiegend Zwangsarbeiter. Dort wurden ebenfalls 60 Kinder, die zwischen Januar 1940 und November 1945 starben, bestattet. Sie starben unter anderem in primitiv eingerichteten Entbindungsstationen für Zwangsarbeiterinnen aus osteuropäischen Ländern. Ohne ihre Mütter, die nach einem mehrtägigen Aufenthalt im sogenannten Pflegehaus an ihre Arbeitsstelle zurückkehrten, ohne richtige Ernährung und medizinische Fürsorge, starben sie planmäßig als geringwertige Menschen auf Grundlage von Gesetzen im Rahmen der faschistischen Ideologie der Überlegenheit der germanischen Rasse. Mit der Zeit gerieten die Gräber in Vergessenheit, erhalten geblieben sind 35 Platten mit den Daten von Erwachsenen und nur 13 Platten mit den Namen von Kindern. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, über 50 Jahre nach ihrer Geburt und ihrem fast sofortigen Tod, setzte sich der Förderverein Regionalgeschichte des Landkreises Verden 1933–1945 e.V. für ihr Andenken ein und suchte Informationen über sie. Auf Grundlage der vom Verein erarbeiteten Dokumentation konnten einige Dutzend Kindergräber wiederhergestellt werden. 2003 beschloss die Stadtverwaltung der gestorbenen und auf diesem Friedhof begrabenen Kinder zu gedenken und stellte eine Informationstafel mit deutschem Text auf.

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  • Polnische Grabsteine und Informationstafel

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