Vortragsreihe

Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland

 

Eine Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets.

 

Der nächste Vortrag findet im Frühjahr 2019 statt!
 

Die Vorträge finden statt in:

Haus der Geschichte des Ruhrgebiets

Clemensstraße 17-19

D-44789 Bochum

 

 

Rückblick

 

Mittwoch, 05.12.2018 | 18.00 Uhr

Polen in Dresden

Prof. Dr. Miloš Řezník (Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau)

Mit der Entstehung der sächsisch-polnischer Personalunion wurde die sächsische Residenzstadt zu einem wichtigen Orientierungspunkt polnischer Eliten. Zugleich verliehen die Wettiner dem Glanz ihrer polnischen Königwürde Ausdruck, was sich in der Gestatlung des Hofes und der architektonischen Entwicklung des "Elbflorenz" im 18. Jahrhundert niederschlug. Seine Rolle für Polen und Litauen hat Dresden auch nach dem Ende der Personalunion behalten. Seit den späten 1760er Jahren wurde es immer wieder zum vorübergehenden oder dauerhaften Ziel polnischer Emigration - während der Konföderation von Bar, nach dem Sturz der Mai-Verfassung durch die Targowica-Konföderation sowie nach allen Aufständen des späten 18. und 19. Jahrhunderts. Zudem zählte Dresden zu beliebten Aufenthaltsorten und Reisezielen der polnischen gesellschaftlichen und kulturellen Elite und nahm einen wichtigen Platz auf der polnischen "mental map" ein, nicht zuletzt durch das rege gesellschaftliche Leben der polnischen Kolonie.

Diese Entwicklung hat tiefe Spuren hinterlassen einerseits in der polnischen Erinnerung im Allgemeinen, andererseits im Dresdner Stadtbild und der dortigen lokalen (und sächsischen regionalen) Geschichtskultur. Der Vortrag geht den Hauptmotiven der Rolle Dresdens als Erinnerungsort nach und thematisiert ihre Bedeutung in der sächsischen Hauptstadt selbst. Dabei wird auf die Umwandlungen und Funktionalisierungen im 20. und 21. Jahrhundert ein besonderer Blick gerichtet: Wie wurde das polnische "historische Erbe" Dresdens im Kontext der Beziehungen zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen, der Entwicklung der bilateralen Kontexte Deutschlands und Polens nach 1989, bei der "Europäisierung des Kulturerbes" oder bei der lokalen Vermarktung (Identitätsstiftung, "Touristifizierung" und Image-Bildung) genutzt?   

 

Mittwoch, 06.06.2018 | 18.00 Uhr

Sich mit den „Gerechten“ rechtfertigen? Rettung der Juden während des Holocausts in kontemporären polnischen Museen.

Dr. Zofia Wóycicka, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Das Thema „Gerechte unter den Völkern“ erlebt in Polen in den letzten zwei Jahrzehnten eine wachsende Konjunktur. Es ist nicht nur von historischer Relevanz, sondern hat auch ein hohes Bildungspotential, nicht zuletzt im Bereich politischer Bildung. Gleichzeitig werden aber „die Gerechten“ auch erinnerungspolitisch vereinnahmt. In ihrem Vortrag bespricht Zofia Wóycicka kürzlich (wieder)eröffnete Ausstellungen, die ganz oder teilweise Menschen gewidmet sind, die während des Zweiten Weltkriegs Juden geholfen haben, und beleuchtet damit die Bandbreite möglicher polnischer Geschichtsnarrative. Die Ausstellungen werden in einen breiteren Kontext der polnischen historischen Debatten zum Holocaust gestellt. Das Abstract des Vortrags finden Sie hier.

 

Mittwoch, 25.10.2017 | 18.30 Uhr

Erinnerungsspagat. Deutsch-polnische Erinnerungsorte als Spiegel der (Miss)-Verständnisse.

Prof. Dr. Robert Traba, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften

„Nachbarschaft verpflichtet!“ Die Botschaft dieses wunderbaren Leitspruchs ist nicht immer mit der Praxis der gegenseitigen Beziehungen in Einklang zu bringen. Die letzten 25 Jahre der deutsch-polnischen Nachbarschaft waren geprägt von der Atmosphäre der Versöhnung, für die der Brief der polnischen Bischöfe aus dem Jahr 1965 und der Kniefall Willy Brandts im Jahr 1970 zum Symbol wurden. Aber ist die Versöhnung eine ausreichende Prämisse für das wechselseitige Verständnis und das gegenseitige Kennenlernen? Erzeugen die kollektiven Gedächtnisse der Deutschen und Polen dieselben Codes für die Interpretation der Vergangenheit? Antworten auf diese Fragen versucht die neunbändige Publikation Deutsch-Polnische Erinnerungsorte (2012-2015) zu geben. Robert Traba hat sie angeregt und ist sowohl ihr Mitherausgeber als auch Mitautor. Die Erfahrungen aus diesem Projekt waren die Grundlage seines Vortrags.

 

Mittwoch, 03.05.2017 | 18.30 Uhr

Die Gewerkschaft Solidarność in Deutschland. Distanz und Nähe im Kalten Krieg.

Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Institut für Europäische Studien

 

Mittwoch, 08.11.2016 | 18.30 Uhr

Die Geschichte des polnischen Theaterwesens in DP-Lagern 1945-1955.

Bartholomäus Fujak , LWL-Industriemuseum

 

Mittwoch, 11.05.2016 | 18.30 Uhr

Polen in Deutschland. Geschichte einer unsichtbaren nationalen Gruppe.

Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz, Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien

 

Mittwoch, 11.11.2015 | 18.30 Uhr

Keine Polen? Bewusstseinsprozesse und Partizipationsstrategien unter „Ruhrpolen“ zwischen Reichsgründung und den Anfängen der Weimar Republik.

David Skrabania, Ruhr-Universität Bochum

 

Mittwoch, 05.11.2014 | 18.30 Uhr

Wir Unsichtbaren. Geschichte der Polen in Deutschland.

Dr. Peter Oliver Loew, Deutsches Polen Institut Darmstadt

 

Mittwoch, 22.05.2014 | 18.30 Uhr

Die Polen im Emsland 1945-1948. Ein vergessenes Kapitel deutsch-polnischer Beziehung.

Prof. Dr. Jan Rydel, Pädagogische Universität Kraków