Owidzki, Jan

Selbstporträt/Autoportret, 1912. Öl auf Leinwand, 78 x 67 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie
Selbstporträt/Autoportret, 1912. Öl auf Leinwand, 78 x 67 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie

Owidzki, Jan Felicjan, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1875-78 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *9.6.1852 Lubiejew bei Sochaczew, †1.6.1913 Warschau. Sohn eines Gutsbesitzers. Ab 1868 studiert er im Privatatelier von Wojciech Gerson (1831-1901), anschließend in der Warschauer Zeichenklasse/Klasie Rysunkowej, in der er sich mit Józef Chełmoński (1849-1914, Mitglied der „Münchner Schule“) anfreundet und die ab 1872 von Gerson geleitet wird. Gemeinsam mit dem befreundeten Maler Leon Wyczółkowski (1852-1936, Mitglied der „Münchner Schule“) unternimmt er während der Sommermonate Studienfahrten zur Freilichtmalerei in die Gegend um Lublin, die Region Sandomierz und das Dombrowaer Kohlebecken/Zagłębie Dąbrowskie. 1874 wechselt er mit Unterstützung der Warschauer Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste/Towarzystwo Zachęty Sztuk Pięknych und des Henryk-Siemiradzki-Fonds zum Studium an die Akademie nach St. Petersburg. Im Oktober 1875 geht er zusammen mit Wyczółkowski und Antoni Piotrowski (1853-1924, Mitglied der „Münchner Schule“) nach München, wo sich alle drei an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste einschreiben. Am 28.10.1875 Eintritt in die Naturklasse der Akademie, Studium bis 1877 bei dem Historienmaler Sandór (Alexander von) Wagner (1838-1919), dem Genre- und Landschaftsmaler Otto Seitz (1846-1912) und dem Bildhauer, Historien- und Genremaler Ferdinand Barth (1842-1892). Atelier und Wohnung teil er sich mit dem polnischen Maler Stanisław Witkiewicz (1851-1915, Mitglied der „Münchner Schule“). 1878 kehrt er endgültig nach Warschau zurück, wo er fortan künstlerisch tätig ist. Die Sommermonate verbringt er regelmäßig auf Gut Skrzany bei Gostyń, außerdem auf dem Gut Chrzęsne mit dem barocken Herrenhaus/Pałac w Chrzęsnem, das der Familie der Ehefrau des Malers Julian Maszyński (1847-1901, Mitglied der „Münchner Schule“), gehört, der zwei Jahre vor O. in München studiert hat. Als sich 1901 O.s Gesundheit verschlechtert, zieht er zu Verwandten nach Falęcice vierzig Kilometer südlich von Warschau, wo er bis zu seinem Lebensende wohnt. – O. malt Landschaften und dörfliche Genreszenen meist in kleinem Format, die sich stilistisch an Chełmoński orientieren. Werke befinden sich in den Nationalmuseenvon Warschau, Krakau und Posen/Poznań (Muzeum Pałac w Rogalinie).

 

Ausstellungen: Ab 1877 Warschau, Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste/Towarzystwo Zachęty Sztuk Pięknych; Salon Krywult / Vilnius, Odessa, Berlin, Chicao, St. Petersburg, Tarnopol

 

Literatur: Halina Stępień/Maria Liczbińska: Artyści polscy w środowisku monachijskim w latach 1828-1914. Materiały źródłowe, Warschau 1994, Seite 12, 56

 

Online: Matrikeldatenbank, Matrikelbuch 2, Akademie der Bildenden Künste München, 03236 Johann Owidzki, https://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1841-1884/jahr_1875/matrikel-03236

4 Werke im Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie auf Muzeum Cyfrowe, http://cyfrowe.mnw.art.pl/dmuseion/results?q=Jan+Owidzki&action=SimpleSearchAction&mdirids=1&type=-2

Biografie und 4 Werke auf artinfo.pl, http://www.artinfo.pl/artysta/jan-owidzki

Zum Herrenhaus in Chrzęsne/Pałac w Chrzęsnem, http://www.palacwchrzesnem.pl/en_palace

Zur Freundschaft mit Leon Wyczółkowski vergleiche dessen Erinnerungen, http://wyczolkowski.pl/en/wspomnienia_artysty/15,120,0,0,W-Szkole-Gersona,1

(alle aufgerufen am 9.7.2018)

 

Axel Feuß

 

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