„Gdańska“ in Oberhausen

"Ich bin als Gast gekommen und als Freund gegangen...": Kulturzentrum „Gdańska“ in Oberhausen.
"Ich bin als Gast gekommen und als Freund gegangen...": Kulturzentrum „Gdańska“ in Oberhausen.
„Gdańska“ in Oberhausen

 

Vor über zwanzig Jahren siedelten Maria und Czesław Golebiewski (polnisch Maria Gołębiewska, Czesław Gołąbiewski, Maria und Czesław Gołębiewscy) mit ihren drei kleinen Kindern aus Polen nach Deutschland über. Während sie sich noch einlebten kam ihnen die Idee, etwas für ihre Landsleute machen zu wollen, einen Laden, in dem man sich treffen und austauschen kann. Ein Freund wusste von günstigen Mieten in Oberhausen und so kam es zur Eröffnung des Ladens mit dem Namen „Slawe“. Hier konnte die Kundschaft alles Mögliche slawischer Herkunft kaufen, ob Lebensmittel oder Geschenkartikel. „Das ist insgesamt gut gelaufen, aber meinem Mann wurde es zu eng“, berichtet Maria Golebiewski immer wieder über die Anfänge ihrer Selbständigkeit.

Auf Wachstumskurs
 

Bedingt durch seine kulturelle „Hyperaktivität“, wie Maria den Schaffensdrang ihres Mannes nennt, begab sich Czesław Golebiewski auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten und begeisterte sich für einen Leerstand am Oberhausener Altmarkt: „Das nehmen wir! Wir machen eine polnische Kneipe!“. Somit hatte die Geburtsstunde des „Gdańska“ geschlagen. Der Name bedeutet „aus Danzig“ und war schnell gefunden, kommen die Golebiewskis doch aus der Nähe der Ostsee-Hansestadt. Schnell zog das Lokal nicht nur Landsleute an. Nach der Eröffnung am 1. April 2000 fanden sich regelmäßig immer mehr Deutsche ein sodass es auch dort irgendwann zu eng wurde. Da kam es mehr als gelegen, dass erst der benachbarte Drogist und später der Friseur nebenan auszogen. So stand einer Erweiterung nichts mehr im Wege. Die Golebiewskis bauten mit eigenen Händen um. Jeder zu erübrigende Cent wurde investiert.

Vielfalt bei Speis und Spaß
 

Wer meint, nur typisch Polnisches im „Gdańska“ aufgetischt zu bekommen, liegt falsch. Natürlich fehlen Pierogi, Bigos und Krakauer nicht auf der Speisekarte. Doch hat der Hungrige zudem die Wahl zwischen allerhand deutsch-gutbürgerlichen Gerichten: Kohlrouladen, Rindersteak mit Pommes oder gebratene Forelle. Jeden Sonntag kann man sich am reichhaltigen Brunchbuffet laben. Mit den Speisen sind allerdings längst nicht alle Zutaten genannt, die es braucht, um das „Gdańska“ zu beschreiben. Hinzu kommen jede Menge Kultur und soziales Engagement, im Lokal selbst und im Sommer draußen auf dem Platz. Jazz-Karussell und Blues-Konzerte, Theater, ein „Gitarrissimo“ (jeweils am 1.Mai werden alle interessierten Gitarren-Spieler eingeladen, gemeinsam auf dem Altmarkt „Hey Joe“ von Jimmy Hendrix zu spielen), ein Gdańska-Theater und ein Gdańska-Kino gehören zum bunten Konzept und liegen den Betreibern sehr am Herzen.

Wenn ein Musiker zu lange in die Nacht hinein gespielt hat oder der Gast den letzten Zug verpasst hat, warten schnuckelige Gästezimmer im „Hotelik-Gdańska“. Seit einem Jahr verschönert eine bunte, großformatige Open-Air-Galerie den Hinterhof des „Gdańska“. Das Hinterhof-Projekt soll in diesem Jahr um weitere Wandmalerei fortgesetzt werden, um in Zukunft für das „Hof-Theater-Gdańska“ Platz zu bieten.

 

Mediathek
  • Maria und Czesław Golebiewski

    Maria und Czesław Golebiewski

    Maria und Czesław Golebiewski, 2013.
  • Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“

    Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“

    Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“ 2011.
  • „Gdańska“, Innenansicht 2015

    „Gdańska“, Innenansicht 2015

    „Gdańska“, Innenansicht des Hauptsaales, 2015.
  • Czesław Golebiewski mit Sally Perel in „Gdańska“, Mai 2017.

    Czesław Golebiewski mit Sally Perel in „Gdańska“, Mai 2017.

    Czesław Golebiewski mit Sally Perel (der "Hitlerjunge Salomon") in „Gdańska“ am 23. Mai 2017.
  • „Gdańska“ in Oberhausen – Innenansicht eines Nebenraumes.

    Innenansicht, 2016

    „Gdańska“ in Oberhausen – Innenansicht eines Nebenraumes, 2016.