Lipschitz, Reuben

Reuben Lipschitz um 1949. Aus der Publikation: Reuben Lipschitz, Tsu zingen un tsu zogn [Zu singen und zu sagen], München 1949
Reuben Lipschitz um 1949.

Lipschitz, Reuben (Reuven/Ruvn Lipshits, Ruven Lifshits, Richard Lipschütz, Ryszard Green, R. Lifshits-Green, R. Lipszyc-Green), polnisch-jüdischer Sänger, Schriftsteller und Liederkomponist. 1945 im KZ-Außenlager Gleiwitz und im Zwangsarbeitslager Feldafing, wo ihn US-amerikanische Truppen befreien. 1946 geht er aus Warschau zurück nach Deutschland ins DP-Camp Bergen-Belsen, wo er musikalisch-schriftstellerisch tätig und an Aufführungen beteiligt ist und eine erste Lied- und Gedichtsammlung veröffentlicht. 1946-49 in Stuttgart und München, Gründer eines Revuetheaters und Verfasser einer zweiten Liedersammlung. *15.5.1918 Warschau, †1975 vermutlich in den USA. Er studiert am Konservatorium in Warschau Musik, arbeitet für ein Revuetheater und verfasst satirische Lieder, die er offenbar in Zeitschriften veröffentlicht. Im Warschauer Ghetto wechselt er von der polnischen zur jiddischen Sprache. Datierung und Inhalt von später veröffentlichten Gedichten („Di hoyfzinger fun varshever geto“, „s’brent dos geto“) legen nahe, dass er den Aufstand im Warschauer Getto im April 1943 miterlebt. Anschließend wird er im Zwangsarbeitslager Skarżysko, im Getto Tschenstochau, möglicherweise im KZ-Außenlager Gleiwitz und im KZ-Außenlager Feldafing interniert. Im Lager Gleiwitz will er den „Katset-marsh“ geschrieben haben, in dem er Häftlinge zum Aufstand auffordert. Im Lager Feldafing wird er von US-amerikanischen Truppen befreit. Zunächst geht er zurück nach Warschau, kehrt jedoch 1946 nach Deutschland in die britisch-besetzte Zone zurück und lässt sich im DP-Camp Bergen-Belsen nieder. Dort setzt er seine musikalisch-schriftstellerische Tätigkeit fort und publiziert die erste Sammlung von Liedern und Gedichten mit dem Titel „Lebedik amchu“ [Lebendiges Volk]. In seinen Texten kritisiert er die Displaced Persons und ihre Anführer. Einzelne Gedichte publiziert er in den Zeitschriften Unzer Sztyme und Vokhblat und beteiligt sich an der ersten Aufführung der Yidishen Arbeter-Bine unter dem Titel „Erstes jiddisches Wortkonzert“. 1946 geht er nach Stuttgart und München, wo er zu den Gründern des Revuetheaters Di goldene pave [Der goldene Pfau] gehört. Für dieses Theater schreibt er zahlreiche Beiträge und gemeinsam mit der aus Odessa stammenden Schauspielerin und Schriftstellerin Vera Haken (*1912) das Programm „Az men lebt, derlebt men“ [Wenn man lebt, erlebt man]. Er publiziert in den Zeitungen Undzer veg, Dos vort und Yidishe bilder. 1949 veröffentlicht er seine zweite Sammlung von Gedichten und Liedern mit Noten unter dem Titel „Tsu zingen un tsu zogn“ [Zu singen und zu sagen]. 1949 wandert er über Bremen in die USA aus. In Chicago verliert sich seine Spur.

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