Matejko, Stefan Witold

Spaziergang/Spacer, undatiert. Öl auf Pappe, 47 x 33 cm, im Auktionshandel (Desa Unicum, Warschau, 2018)
Spaziergang/Spacer, undatiert. Öl auf Pappe, 47 x 33 cm, im Auktionshandel (Desa Unicum, Warschau, 2018)

Matejko, Stefan Witold, polnischer Maler, Glasmaler und Keramiker, Mitglied der „Münchner Schule“. 1892-94 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *1871 (1872) Kołomyja (heute Kolomyja/Ukraine), †1933 (1935) Krakau. Sohn eines Ingenieurs, Neffe des Malers Jan M. (1838-1893, Mitglied der „Münchner Schule“). 1886-92 Studium an der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknych in Krakau bei Władysław Łuszczkiewicz (1828-1900), Leopold Löffler (1827-1898) und bei seinem Onkel Jan M. 1889-91 arbeitet er zusammen mit Stanisław Wyspiański (1869-1907) und Józef Mehoffer (1869-1946) an der Ausführung der von Jan M. entworfenen Wandmalereien für die Marienkirche/Kościół Mariacki in Krakau. Mit einem Stipendium aus der Nachlass-Stiftung von Maximilian Siemianowski geht er 1892 nach München. Am 2.11.1892 Eintritt in die Malschule des Historienmalers Sandór (Alexander von) Wagner (1838-1919) an der dortigen Königlichen Akademie der Bildenden Künste, Studium bis 1894. Nach seiner Rückkehr nach Krakau arbeitet er gemeinsam mit anderen Künstlern bis 1899 an Wandmalereien für Kirchen in Krakau, Kielce und Lublin. 1900-07 arbeitet er in der Fayence-Fabrik von J. Niedźwiecki und Ska in Dębniki bei Krakau. 1906-14 leitet er die Abteilung für figurale Komposition in der Krakauer Firma für Glasmalerei S.G. Żeleński/Krakowski Zakład Witrażów S.G. Żeleński (seit 1902 unter der Leitung von Stanisław Gabriel Żeleński [1873-1914], ab 1906 in der ul. Krasińskiego 23, heute das Museum für Glasmalerei/Muzeum Witrażu w Krakowie). 1914 gründet M. seine eigene Werkstatt für Glasmalerei, die 1921 von Żeleński übernommen wird. 1922-28 leitet er die Glasbläserei der Industriefirma BTH Industria. In den 1930er-Jahren arbeitet er mit den Werkstätten für Glasmalerei und Künstlerglas von Roman Ryniewicz in Krakau zusammen. – M. malt Ölbilder mit Landschaften, Genre- und Figurenszenen sowie Porträts in sicherem, spätimpressionistischem Stil, konzentriert sich aber auf Wand- und Glasmalerei. Farbige figurale Wandmalereien schafft er gemeinsam mit anderen Künstlern in Krakau 1893 für die Nikolauskirche/Kościół św. Mikołaja und 1897 für die Kapelle der Schmerzensmutter/Kaplica Matki Boskiej Bolesnej der Franziskanerbasilika/Bazylika św. Franciszka z Asyżu w Krakowie, 1898-99 für die Kathedrale von Kielce sowie für die Kapelle der Heiligen Dreieinigkeit/Kaplica Trójcy Świętej im Schloss von Lublin. Von 1907 bis 1914 schafft er farbige Glasfenster für Dutzende von Kirchen im damaligen Galizien in variierten Stilformen zwischen Historismus und Jugendstil. Gotische Formen, Blumen und geometrische Motive rahmen die figürlichen religiösen Personen und Szenen. 1907-10 schafft er Buntglasfenster in Chicago. Weitere seiner farbigen Kirchenfenster gibt es in der Diözese Tarnów, und zwar in Luszowice (1906), Mystków (1907), der Missionarskirche Heilige Familie/Kościół św. Rodziny in Tarnów (1907), der Kirche Hl. Erzengel Michael/Kościół św. Michała Archanioła in Jodłówka Tuchowska (1909), der Kirche in Siedliska-Bogusz (1911-12), der Kirche Hl. Kasimir/Kościół św. Kazimierza in Neu Sandez/Nowy Sącz (1912), der Kirche in Szynwałd (1917) und der Karmeliterkirche in Pilzno. Profane Glasfenster für zahlreiche Privathäuser in Krakau, Łódź, Lemberg (heute Lviv) und Stanisławów (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine) zeigen unter anderem dekorative Landschaften. Außerdem gestaltet er Altäre, Mosaiken und Keramiken. Werke befinden sich in Krakau im Nationalmuseum/Muzeum Narodowe und im Historischen Museum der Stadt/Muzeum Historyczne Miasta Krakowa.

 

Ausstellungen: Krakau, Lemberg (heute Lviv): Gesellschaft der Freunde der Schönen Künste/Towarzystwo Przyjaciół Sztuk Pięknych

 

Literatur: Halina Stępień/Maria Liczbińska: Artyści polscy w środowisku monachijskim w latach 1828-1914. Materiały źródłowe, Warschau 1994, Seite 18, 53; Grażyna Fijałkowska: Projektował Stefan Witold Matejko, Ausstellungs-Katalog Muzeum Historyczne Miasta Krakowa, Krakau 2015

 

Online: Matrikeldatenbank, Matrikelbuch 3, Akademie der Bildenden Künste München, 01033 Stephan Witold Matejko, https://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1884-1920/jahr_1892/matrikel-01033

Biografie und ein Werk auf Connaisseur Kraków, http://koneser.krakow.pl/biografie/267-stefan-witold-matejko

Werke im Auktionshandel auf artnet.com, http://www.artnet.com/artists/stefan-witold-matejko/

Biografie und ausführliche Liste der mit farbigen Glasfenstern ausgestatteten Kirchen auf der Webseite der Historischen Kirchen der Diözese Tarnów, http://tarnowskiekoscioly.net/index.php/biogramy/102-matejko-stefan

(alle aufgerufen am 4.7.2018)

 

Axel Feuß, August 2018

 

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  • Spaziergang/Spacer, undatiert

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