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Niegolewski, Władysław

Władysław Niegolewski (1819-1885). Polnischer Jurist, Rittergutsbesitzer und Abgeordneter des Preußischen Landtags, ab 1867 Reichstagsabgeordneter des Norddeutschen Bundes, 1871-81 des Deutschen Kaiserreichs
Władysław Niegolewski (1819-1885). Polnischer Jurist, Rittergutsbesitzer und Abgeordneter des Preußischen Landtags, ab 1867 Reichstagsabgeordneter des Norddeutschen Bundes, 1871-81 des Deutschen Kaiserreichs

Niegolewski, Władysław (Władysław Maurycy Grzymała Niegolewski, Wladislaus Moritz von Niegolewski), 1850-52, 1859-64 Mitglied der 2. Kammer des Preußischen Landtags, 1867-71 Mitglied des Reichstags des Norddeutschen Bundes, 1871-77, 1878-81 Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs. *12.9.1819 Wlosciejewki Hauland/Włościejewice bei Xions/Książ Wielkopolski, †19.3.1885 Posen, Jurist, Rittergutsbesitzer. Sohn des Gutsbesitzers, Offiziers in der napoleonischen Armee und Sozialaktivisten Andrzej Marcin „Biskup“ Niegolewski (1787-1857). Besitzer des Gutes Murownica bei Schmiegel/Śmigiel. Nach dem Abitur am Maria-Magdalena-Gymnasium in Posen studierte er Rechtswissenschaften in Bonn und promovierte dort 1845 zum Doktor der Rechte. Anschließend übernahm er kurzzeitig einen bereits versprochenen Lehrstuhl an der Universität Zürich. 1845/46 war er an der Verschwörung der Towarzystwo Demokratyczne Polskie/Polnischen Demokratischen Gesellschaft in Posen beteiligt und einer der Hauptakteure beim Angriff auf die Zitadelle von Posen am 3.3.1846. Er wurde in Posen und Berlin vor Gericht angeklagt, jedoch nach dem Berliner Polenprozess von 1847 freigelassen. Während der Revolution 1848 war er Mitglied des polnischen Nationalkommitees in Posen sowie einer polnischen Delegation im Frankfurter Vorparlament. 1863 war er am polnischen Januaraufstand beteiligt und wurde am 8.5.1863 im Gefecht bei Ignacewo verwundet. Wegen Verschwörung angeklagt, wurde er im Gefängnis von Glogau inhaftiert. Er war Mitglied der Poznańskie Towarzystwo Przyjaciół Nauk/Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften sowie zahlreicher weiterer kultureller, ökonomischer und landwirtschaftlicher Gesellschaften. Im Februar 1867 wurde er im Wahlkreis Wreschen-Pleschen/Września-Pleszew in den konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes gewählt und vertrat denselben Wahlkreis vom August 1867 bis zum März 1871 als Mitglied der polnischen Fraktion. Im März 1871 und im Januar 1874 wurde er für den Wahlkreis Posen-Stadt mit Wahlergebnissen von 56,44% und 58,51%, im Juli 1878 für den Wahlkreis Gnesen-Wongrowitz mit 79,02% als Abgeordneter in die polnische Fraktion des Deutschen Reichstags gewählt. Bild: um 1870, http://www.sejm-wielki.pl Eigene Schriften: De iure superficiario, Dissertation Bonn 1845.

Literatur:

Hirth's Parlaments-Almanach, Ausg. 2, Berlin 1867, LXVI; Ausg. 8, Berlin 1869, 190; Deutscher Parlaments-Almanach, Ausg. 9, Leipzig 1871, 232, Ausg. 10, Leipzig 1874, 227; Ausg. 13, Leipzig 1878, 198; Reichstagsprotokolle 1867-1895, Register 1, 23, 26, 36, 39, 43, 46, 55, 58; A. Kotowski: Zwischen Staatsräson und Vaterlandsliebe, Düsseldorf 2007, 49, 90, 92-94, 99, 114, 117, 130, 142.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online;
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de
http://www.reichstagsprotokolle.de
http://www.sejm-wielki.pl


A. Feuß


Link zu den Reichstagsprotokollen:

http://www.reichstagsprotokolle.de