Wierusz-Kowalski, Czesław

Landschaftskomposition (Der smaragdfarbene See)/Kompozycja krajobrazowa (Szmaragdowe jezioro), 1933. Öl auf Leinwand, 55 x 44,5 cm
Landschaftskomposition (Der smaragdfarbene See)/Kompozycja krajobrazowa (Szmaragdowe jezioro), 1933. Öl auf Leinwand, 55 x 44,5 cm

Wierusz-Kowalski (Kowalski-Wierusz), Czesław, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1882 in München geboren als Sohn des polnischen Malers Alfred W.-K. 1904-06 Architektur-Studium an der Technischen Hochschule, 1906/07 an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1909-14 arbeitet er im Atelier seines Vaters in München. *1882 München, †1984 Warschau. Sohn des Malers Alfred W.-K. (1849-1915, Mitglied der „Münchner Schule“), Cousin des Malers Karol W.-K. (1869-1953, Mitglied der „Münchner Schule“), Vater der Malerin Joanna Wierusz-Kowalska (1930-2005). Nach Gymnasialbesuch in Kalisz studiert er 1901 in der Warschauer Zeichenklasse/Klasa Rysunkowa bei Wojciech Gerson (1831-1901). Ab 1904 studiert er Architektur an der Technischen Hochschule in München und nimmt schließlich Malunterricht in der privaten Malschule von Simon Hollósy (1857-1918). Am 27.10.1906 Eintritt in die Zeichenklasse von Peter Halm (1854-1923) an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München. 1907 geht er zum Studium an die Académie Julian nach Paris, dann an die dortige Académie Vitti. 1909-14 studiert beziehungsweise arbeitet er im Atelier seines Vaters in München. 1916 lässt er sich in Vilnius nieder und engagiert sich in der dort ansässigen Künstlerschaft. Er ist Mitbegründer der Wilnaer Gesellschaft bildender Künstler/Wileńskie Towarzystwo Artystów Plastyków und anderer Künstlervereinigungen. 1920 leistet er Kriegsdienst im Polnisch-Sowjetischen Krieg. Ab 1921 leitet er die Abteilung für den Schutz von Kultur und Denkmälern/Oddziału Kultury i Ochrony zabytków im Bildungsministerium von Zentral-Litauen. Er wird Vorsitzender der gewerkschaftlichen Kommission für Kunst und Kultur/Międzyzwiązkowej Komisji Kulturalno-Artystycznej, Mitbegründer und Herausgeber der in Vilnius erscheinenden Monatszeitschrift Południe (dt. Der Mittag), 1937 Mitbegründer des Instituts für Handwerk/Instytutu Rzemieślniczego innerhalb der Handwerkskammer von Vilnius. Ab 1945 lebt er in Danzig. Von dort aus engagiert er sich für die Gründung des Kaschubischen Museums/Muzeum Kaszubskie im. Franciszka Tredera in Kartuzy sowie für die Gesellschaft zur Unterstützung der kaschubischen Folklore/Towarzystwa Popierania Folkloru Kaszubskiego. 1948-56 hält er Vorträge über den Zeichenunterricht an Gymnasien in der Dreistadt Gdańsk-Gdynia-Sopot. Ab 1957 lebt er in Warschau. – W.-K. malt hauptsächlich Porträts und Landschaften, aber auch Genremotive und Blumenbilder. Während seiner Münchner Zeit orientiert er sich an den Genre- und Pferdeszenen seines Vaters, interessiert sich seit seiner Studienzeit in Paris jedoch für den Impressionismus, den Fauvismus und den beginnenden Kubismus. Die bekannten Landschaften und Porträts der 1930er-Jahre spiegeln in ganz unterschiedlicher Ausprägung die Einflüsse dieser zurückliegenden Stilrichtungen. Die kulturpolitischen Leistungen von W.-K. übertreffen seine künstlerische Bedeutung bei Weitem. Werke befinden sich im Muzeum Podlaskie in Białystok und im Bezirksmuseum/Muzeum Okręgowe in Suwałki.