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Nawrocki, Bolesław

Am Ufer der Seine/Znad brzegów Sekwany, 1904. Öl auf Leinwand, 34 x 55,5 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie
Am Ufer der Seine/Znad brzegów Sekwany, 1904. Öl auf Leinwand, 34 x 55,5 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie

Nawrocki, Bolesław, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1895 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München. *8.6.1877 Łódź, †5.7.1946 Pabianice. Sohn des Ziegeleibesitzers Franciszek N. und seiner Ehefrau Eleonora Kiełbasińska in Pabianice südwestlich von Łódź. Die Gymnasialzeit absolviert er in Warschau, wo er auch Malunterricht im Atelier von Wojciech Gerson (1831-1901) erhält. Am 14.5.1895 Eintritt in die Naturklasse von Johann Caspar Herterich (1843-1905) an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München. Noch im selben Jahr geht er nach Krakau, wo er an der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknychbei Leon Wyczółkowski (1852-1936, Mitglied der „Münchner Schule“) studiert. Ab 1898 lebt er in Paris und studiert an den privaten Akademien JulianColarossi und Vitti. Seine größten Erfolge erzielt er während seiner Aufenthalte in Frankreich und Italien in den Jahren 1903-07; in Paris Bekanntschaft mit der jüdisch-polnischen Malerin Mela Muter (1876-1967). Für ein Gemälde „An der Schwelle des Lebens“/„U progu życia“ erhält N. in Bordeaux eine Goldmedaille. Im selben Jahr wird ihm in Italien der Orden eines Ritters vom Orden der Krone von Italien/Ordine della Corona d'Italia verliehen. 1907/08 lebt er in Pabianice. Nach einer kurzen Zeit als Lehrer an einer Kunstschule in Łódź eröffnet er 1909 eine eigene Malschule. Während des Ersten Weltkriegs lebt er 1915/16 in Moskau, auf der Krim und im Kaukasus, wo er Porträts von zaristischen Generälen und Würdenträgern malt. Nach dem Krieg kehrt er nach Pabianice zurück. 1921 heiratet er Janina Marcela Neuding; der gemeinsame Sohn Bolesław Jan Franciszek (*1924) wird Rechtsanwalt, Musiker und Kunstsammler. 1930-38 betreibt N. in Pabianice ein Mal- und Zeichenatelier, ab 1932 in seinem neu errichteten Wohnhaus, und begründet eine umfangreiche Kunstsammlung. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wird er von den Deutschen in das Polizeigefängnis Radegast/Radogoszcz der besetzten Stadt Łódź („Litzmannstadt“) verschleppt, jedoch auf Intervention der italienischen Regierung freigelassen. Seit seinem Tod 1946 verwaltet der Sohn den Nachlass des Künstlers, von dem große Teile während der beiden Weltkriege zerstört worden sind. – N. malt unter anderem Landschaften, Pariser Stadtansichten (siehe Titelbild), aber auch Stadt- und Ortsansichten aus seiner Heimatstadt Pabianice und Dörfern wie Ldzań, Ślądkowice, Pawlikowice und Syryczyn. Er schafft symbolistische Kompositionen im Stil des späten 19. Jahrhunderts, Szenen zu zeitgenössischen Ereignissen wie zum Beispiel das „Wunder an der Weichsel“/„Cud nad Wisłą“ während der Schlacht bei Warschau 1920 oder die Verabschiedung des französischen Generals Ferdinand Foch (1851 - 1929) durch den Stadtrat von Poznań anlässlich des Besuchs 1923. Porträts malt er von den französischen Staatspräsidenten Armand Fallières und Gaston Doumergue, von den Präsidenten der Polnischen Republik Gabriel Narutowicz und Stanisław Wojciechowski sowie von den polnischen Ministerpräsidenten Ignacy Paderewski und Wincenty Witos. Werke befinden sich unter anderem im Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie, im Museum der Stadt Pabianice/Muzeum Miasta Pabianic, im Museum Gliwice/Muzeum w Gliwicach (Porträt Mela Muter, 1903, Öl auf Leinwand). 

 

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  • Am Ufer der Seine/Znad brzegów Sekwany, 1904

    Am Ufer der Seine/Znad brzegów Sekwany, 1904. Öl auf Leinwand, 34 x 55,5 cm