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Szulc, Bronisław

Bronisław Szulc, undatiert
Bronisław Szulc, undatiert

Szulc, Bronisław, polnisch-jüdischer Hornist, Dirigent und Komponist. Während seiner Jugend zum Musikstudium in Berlin. 1909-11 Studium in Leipzig. Mitglied des von Bronisław Huberman gegründeten Palestine Orchestra. *24.12.1881 Warschau, †1955 Tel Aviv-Jaffa. Sohn des Violinisten, Dirigenten und Komponisten von Tanzmusik, Henryk S. (1836-1903); Bruder des Violinisten Michał S. (1875-1930) und des Pianisten und Komponisten Joseph (Józef Zygmunt) S. (1875-1956), Vetter des Fagottisten am Orchester des Großen Theaters/Teatr Wielki in Warschau, Leon S. Während seiner Jugend erhält er – wie zuvor sein Bruder Józef – Unterricht in Komposition bei dem Komponisten und Dirigenten Zygmunt Noskowski (1846-1909), außerdem bei dem Professor für Waldhorn, Ignacy Malinowski, am Warschauer Konservatorium/Instytut Muzyczny. Um seine Kenntnisse zu vertiefen, geht er nach Berlin vermutlich ans dortige Konservatorium. 1899-1908 spielt er Horn im Orchester des Großen Theaters/Teatr Wielki in Warschau. 1909-11 studiert er in Leipzig am Königlichen Konservatorium der Musik Dirigieren und Komposition bei dem Dirigenten Arthur Nikisch (1855-1922) und dem Musiktheoretiker und ‑historiker Hugo Riemann (1849-1919). Ab 1911 arbeitet er in Warschau als Opernregisseur. Ab 1916 leitet er das Philharmonische Orchester von Łódź, in Warschau das Orchester des Verbands polnischer Musiker sowie das Orchester und die Philharmonie am Großen Theater/Teatr Wielki. Er leitet Orchesterkonzerte in polnischen Kurorten und sogar in Warschauer Kaffeehäusern, spielt als Hornist und mit einem eigenen Bläserensemble im polnischen Rundfunk. Zwischen 1923 und 1936 leitet er zahlreiche Orchestereinspielungen für die größte polnische Schallplattenfirma, Syrena Rekord. Als Gastdirigent tritt er in Russland (1912/13 Rostow am Don), Großbritannien (1923 Liverpool, Philharmonic Society Orchestra), den USA (unter anderem mit dem Philadelphia Orchestra) und Lettland (Rigaer Philharmoniker) auf und macht sich als Komponist einen Namen. 1936 gewinnt ihn der Violinist Bronisław Huberman (1882-1947) für die Teilnahme an dem in Tel Aviv neu gegründeten Palestine Orchestra. Gemeinsam mit seinem Cousin Leon übersiedelt S. dauerhaft nach Palästina, beide unterrichten Horn beziehungsweise Fagott am Konservatorium von Tel Aviv. Bis zu seinem Lebensende dirigiert S. von Zeit zu Zeit das Palestine Orchestra. – S. komponierte sinfonische Gedichte, Miniaturen für Geige und Klavier sowie Werke für Cello.

Literatur:

Słownik biograficzny teatru polskiego. 1765-1965, Warschau 1973

Leon Tadeusz Błaszczyk: Dyrygenci polscy i obcy w Polsce działaja̧cy w XIX i XX wieku, Krakau 1964

Barbara von der Lühe: Die Musik war unsere Rettung. Die deutschsprachigen Gründungsmitglieder des Palestine Orchestra = Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, Band 58, Tübingen 1998, Seite 100, 143, 263, 282

Leon Tadeusz Błaszczyk: Żydzi w kulturze muzycznej ziem polskich w XIX i XX wieku. Słownik biograficzny, Warschau 2014

Online:

Umfangreiche Diskografie der Einspielungen auf Schelllackplatten, LPs und CDs auf der polnischen Wikipedia, https://pl.wikipedia.org/wiki/Bronis%C5%82aw_Szulc

Jarosław Pietrzak: Joseph (Józef Zygmunt) SZULC, http://www.sterlingmusic.se/news/15v14/DUX_0951.pdf

Szulc, Bronisław auf: Cyfrowa Biblioteka Polskiej Piosenki, https://bibliotekapiosenki.pl/osoby/Szulc_Bronislaw

Zahlreiche historische Einspielungen auf YouTube, https://www.youtube.com/results?search_query=Bronis%C5%82aw+Szulc

Szulc, Bronisław auf: Wirtualny Sztetl, Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN, https://sztetl.org.pl/pl/biogramy/3954-szulc-bronislaw

Bronisław Szulc, auf: Encyklopedia teatru polskiego, http://www.encyklopediateatru.pl/osoby/81476/bronislaw-szulc

(alle Links wurden zuletzt im November 2019 aufgerufen)

 

Axel Feuß, November 2019

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