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Józef Rosner (1892–1971): Der Meister des Porträts

Eine Fotografie aus der Sammlung von Robert Piotrowski
Eine Fotografie aus der Sammlung von Robert Piotrowski
Herkunft


Józef Rosner wurde 1892 in einer kinderreichen Familie in Teschen (Cieszyn) geboren. Seine Mutter Emma war Deutsche, Vater Ferdinand Jude. Der Leiter eines Steinbruchs wollte, dass sein Sohn einen soliden Beruf erlernt und schickte ihn als Lehrling in eine Schlosserei nach Mährisch Ostrau (heute Ostrava in Tschechien). Der junge Józef beschloss jedoch, Fotograf zu werden und gab diese Ausbildung nach kurzer Zeit auf. Da der Vater über diesen Eigensinn so erzürnt war, dass er ihm die weitere finanzielle Unterstützung versagte, musste Józef für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Er ging nach Wien und trat eine Stelle beim Hof- und Kammerphotographen Karl Pitzner an. 1908 legte er seine Gesellenprüfung mit Auszeichnung ab und war nun befugt, selbständiger zu arbeiten. Um Berufserfahrungen zu sammeln, folgte eine Zeit der Wanderschaft durch mehrere Städte und Fotoateliers. 1910 ließ er sich in Deutschland nieder. Während des Ersten Weltkriegs wurde er als österreichischer Untertan zur Armee eingezogen und kämpfte an verschiedenen Fronten. Über diese Zeit in seinem Leben weiß man am wenigsten. Noch vor Ende des Krieges heiratete er 1917 in Landsberg (Gorzów Wielkopolski) Elżbieta Berg. 1953 kam ihr Sohn Jerzy Marek zur Welt.

 

Fotostudios in Landsberg und Chemnitz  


Nach dem Ersten Weltkrieg blieb Rosner in Landsberg, wo er unter seinem Namen ein Fotostudio in der Friedeberger Straße 3 unterhielt. 1919 legte er in Frankfurt am Main die Meisterprüfung ab und vertiefte anschließend seine praktischen Kenntnisse. Dies festigte seine berufliche Position. Daraufhin zog er 1925 nach Chemnitz und eröffnete dort in der Bahnhofstrasse ein fotografisches Atelier. Sein Spezialgebiet waren Porträts.

Rosner hatte im Laufe der Zeit eine eigene Methode zur Ausleuchtung seiner der Modelle entwickelt, die er in den folgenden Jahrzehnten konsequent beibehielt, obwohl die Porträtierten zunächst keineswegs begeistert waren. Auch der Retuschierstift, mit dem Bilder „verschönert“ werden konnten, blieb eine Requisite, da Rosner die Meinung vertrat, solche nachträglichen Arbeiten hätten mit der „fotografischen Wahrheit“ nichts zu tun. Sein Anliegen bestand darin, den seelischen und körperlichen Ausdruck der porträtierten Person so wiederzugeben, dass ihre Einzigartigkeit erkennbar wird. Kurze Zeit später widmete sich Rosner auch der Landschaftfotografie. Dabei experimentierte er mit verschiedenen fotografischen Techniken und schuf seine Werke hauptsächlich im Freihandverfahren sowie im Gummi-, Pigment- und Bromöldruck.

„Rosners Porträts – schreibt Lech Grabowski – sind von zurückhaltender Sparsamkeit in der Verwendung formaler Effekte. Sie überzeugen mit ihrer Authentizität. Auch die Landschaften sprechen eine schnörkellose Sprache. Die Klarheit ihrer Komposition und die Einfachheit ihrer Motive rühren vermutlich von der Überzeugung des Autors her, dass im Mittelpunkt einer Fotografie die Welt konkreter Gegenstände steht. In Rosners Landschafen ist die Materialität, die Objektivität der dargestellten Welt zu spüren. Sie sind einfach in ihrem Ansatz.“ (Grabowski, S. 12)

Seit 1924 nahm Rosner regelmäßig an Fotoausstellungen in Berlin, Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main, Jena, Essen und Köln teil. Seine Arbeiten wurden jedoch auch in Dänemark, Frankreich, Holland, Irland, Japan, Schweden, Italien und in den USA gezeigt. Durch diese häufigen Auftritte wurden Fachkollegen auf ihn aufmerksam. Weitere Einladungen zu Ausstellungen folgten. 1927 wurde er Mitglied der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner, die ihn bereits 1929 in ihre Jury berief. Im selben Jahr reichte er seine Arbeiten auch beim III. Internationalen Salon in Posen (Poznań) ein.  

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