Komierowski, Roman (Roman von Komierowski), 1876-79 Mitglied der 2. Kammer des Preußischen Landtags, 1876-84, 1887-1903 Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs. *15.8.1846 Komierowo bei Zempelburg/Sępólno Krajeńskie, † 24.5.1924 Poznań, Jurist, Rittergutsbesitzer. Nach dem Abitur am Gymnasium in Conitz/Chojnice studierte er Rechtswissenschaften in Berlin und Leipzig. 1870 promovierte er in Leipzig zum Doktor der Rechte. Anschließend absolvierte er den juristischen Vorbereitungsdienst in Zimpel/Sępolno und Lobsens/Łobżenica und arbeitete dann am Appellationsgericht in Warschau. Er war Rittergutsbesitzer auf Niezychowo/Nieżychowo bei Weißenhöhe/Białośliwie im Kreis Wirsitz/Wyrzysk und auf Komierowo.1876 Mitglied der im Jahr zuvor von Zygmunt Działowski (Sigismund von Dzialowski, 1843-1878) gründeten Towarzystwo Naukowe w Toruniu/Wissenschaftlichen Gesellschaft in Thorn, die die Förderung der polnischen Wissenschaft und Kultur sowie die Erforschung der polnischen Geschichte von Thorn zum Ziel hatte und 1881/82 in Thorn ein Museum für die polnische Geschichte der Region errichtete; Sekretär der historischen und archäologischen Abteilung. Im November 1876, im Januar 1877, im Juli 1878 und im Oktober 1881 wurde er im Wahlkreis Schroda-Schrimm/Środa Wielkopolska-Śrem mit Wahlergebnissen zwischen 78,27% und 82,23% als Abgeordneter in die polnische Fraktion des Deutschen Reichstags gewählt. Er gehörte dem Ausschuss für das Gerichtsverfassungsgesetz an. Im Februar 1887 wurde er im Wahlkreis Krotoschin/Krotoszyn mit einem Wahlergebnis von 71,71%, im Februar 1890, im Juni 1893 und im Juni 1898 im Wahlkreis Gnesen-Wongrowitz mit 78,79%, 75,81% und 74,31% in den Reichstag gewählt. Er gehörte u.a. den Ausschüssen Zuckersteuer, Brennereigesamtkontingent, Getreidehandel, Branntweinsteuer und Reichsstempelabgaben an. 1892 wurde er von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Kammerherrn ernannt. 1924 wurde er mit dem Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet. Eigene Schriften: Zu Artikel 82 der Allgemeinen Deutschen Wechsel-Ordnung: "Der Wechselschuldner kann sich nur solcher Einreden bedienen, welche aus dem Wechselrecht selbst hervorgehen, oder ihm unmittelbar gegen den jedesmaligen Kläger zustehen", Dissertation Leipzig 1870; Koła polskie w Berlinie 1875-1900, Posen 1905; Koła polskie w Berlinie 1847-1860, Posen 1910.

Literatur:

Deutscher Parlaments-Almanach, Ausg. 12, Leipzig 1877, 183; Ausg. 14, Leipzig 1881, 170; Amtliches Reichstags-Handbuch, 8. Legislaturperiode, Berlin 1895, 202; 10. Legislaturperiode, Berlin 1903, 214; Reichstagsprotokolle 1867-1895, Register 46, 49, 52, 58, 66, 71, 74, 82, 105, 118, 129, 145, 155; Reichstagsprotokolle 1895-1918, Register 150, 161, 188; A. Kotowski: Zwischen Staatsräson und Vaterlandsliebe, Düsseldorf 2007, 13f., 82, 86f., 103, 106, 109, 112f., 115, 124, 128, 137f., 142, 148, 158, 187.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/
http://www.reichstagsprotokolle.de
http://www.sejm-wielki.pl; Internetowy Polski Słownik Biograficzny.


A. Feuß


Link zu den Reichstagsprotokollen:

http://www.reichstagsprotokolle.de