Matejko, Jan

Die Union von Lublin/Unia Lubelska, 1869. Öl auf Leinwand, 298 x 512 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie
Die Union von Lublin/Unia Lubelska, 1869. Öl auf Leinwand, 298 x 512 cm, Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie

Matejko, Jan Alojzy, polnischer Maler und Zeichner, Mitglied der „Münchner Schule“. 1858-59 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *24.6. oder 28.7.1838 Krakau, †1.11.1893 ebenda. Sohn des Musiklehrers Franciszek Ksawery M. und seiner Ehefrau Joanna Karolina Rossberg, zehn Geschwister. Nach dem frühen Tod der Mutter 1845 kümmert sich deren Schwester, Anna Katarzyna Zamojska, Frau eines Goldschmieds, um die Familie. Jan Alojzy versagt in der Schule, beschäftigt sich aber früh mit dem Zeichnen. 1852-58 studiert er an der Krakauer Zeichen- und Malschule/Szkoła Rysunku i Malarstwa bei Wojciech Korneli Stattler (1800-1875) und Władysław Łuszczkiewicz (1828-1900); Freundschaft mit Izydor Jabłoński (1835-1905, Mitglied der „Münchner Schule“). Für ein Gemälde „Sigismund I. verleiht den Professoren der Krakauer Akademie ein Adelsprivileg“ wird er zum Studienabschluss mit einem zweijährigen Stipendium ausgezeichnet, das er für ein Auslandsstudium nutzt. Möglicherweise aufgrund einer Empfehlung von Jabłoński, der seit Januar 1858 an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München studiert, entscheidet er sich für ein Studium in der bayerischen Hauptstadt.Am 30.12.1858 tritt er in die Malklasse der Münchner Akademie ein, wo er bei dem Historienmaler Hermann Anschütz (1802-1880) studiert. Bis zum Frühjahr 1859 wohnt er bei Anschütz gegenüber der Akademie in der Neuhauser Straße, anschließend in der Brienner Straße bei dem Bildhauer Johann Evangelist Riedmüller (1815–1895). Gemeinsam mit Jabłoński unternimmt er zahlreiche Stadtbesichtigungen und fertigt Skizzen historischer Bauten an, die er später für seine Historienbilder zur polnischen Geschichte verwendet. In der Alten Pinakothek skizziert er nach der „Amazonenschlacht“ (um 1618) von Peter Paul Rubens, in der Neuen Pinakothek nach Gemälden von Carl Theodor von Piloty („Seni vor der Leiche Wallensteins“, 1855), deren neuartige Maltechnik ihn fasziniert, und von Wilhelm von Kaulbach („Die Erzgießerei in München“, 1854). In der Bibliothek der Akademie zeichnet er nach Vorlagenwerken historische Figuren, Kostüme und Porträts, die später ebenfalls in seinen Historienbildern Verwendung finden.1860 geht M.an die Wiener Akademie, bricht die Ausbildung aber nach wenigen Tagen ab. 1864 heiratet er Teodora Giebułtowska (1846-1896); das Ehepaar hat fünf Kinder. 1865 und 1867 Reisen nach Paris. 1866 reist er nach Wien, um im BelvedereWerke der italienischen Kunst der Renaissance und des Barocks zu studieren. Seit 1866 arbeitet er als Illustrator für die polnischen Zeitschriften Kłosyund Tygodnik Ilustrowany. Von 1873 bis zu seinem Lebensende ist er Direktor der Schule der Schönen Künste/Szkoła Sztuk Pięknych in Krakau. Ab 1875 leitet er zusätzlich den Fachbereich Kunst an den Höheren Frauenkursen/Wyższe Kursy dla Kobiet von Adrian Baraniecki (1828-1891). Er engagiert sich für die Erhaltung und Restaurierung von Krakauer Baudenkmälern, unter anderem 1875-79 für die Instandsetzung und den Umbau der Tuchhallen/Sukiennice. 1878 verleiht ihm der Krakauer Stadtrat für Verdienste um die polnische Kunst ein symbolisches Zepter. Er ist Ehrenmitglied von Akademien und Kunstvereinen in Krakau, Paris, Berlin, Urbino und Wien. Auf internationalen Ausstellungen erhält er zahlreiche Medaillen, unter anderem 1878 auf der Weltausstellung in Paris eine Große Goldmedaille. 1867 erhält er das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens, 1870 wird er Chevalier der Französischen Ehrenlegion, 1883 erhält er das Komturkreuz mit Stern des Pius-Ordens, 1887 die Medaille Pro litteris et artibus des österreichischen Kaiserhauses. 1898 wird in seinem Elternhaus in der Krakauer ul. Floriańska ein Gedenkmuseum eingerichtet (heute Dom Jana MatejkiNationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie).