Chłapowski, Alfred Stefan Franciszek

Alfred Stefan Franciszek Chłapowski (1874-1940). Polnischer Rittergutsbesitzer, 1904-08 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs, Abgeordneter des Sejms, Minister und Diplomat der Polnischen Republik
Alfred Stefan Franciszek Chłapowski (1874-1940). Polnischer Rittergutsbesitzer, 1904-08 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs, Abgeordneter des Sejms, Minister und Diplomat der Polnischen Republik

Chłapowski, Alfred Stefan Franciszek (Alfred von Chlapowo Chlapowski), 1904-08 Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs. *5.10.1874 Bonikowo, Kreis Kosten/Kościan, †19.2.1940 Kościan, Rittergutsbesitzer, Publizist, Abgeordneter des Sejms, Minister, Diplomat. Nach dem Abschluss des Maria-Magdalena-Gymnasiums in Posen 1894 studierte er Nationalökonomie (vor allem Agrarpolitik), Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie in Berlin, Paris, Halle und München. 1899 promovierte er in München zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. 1897 war er Mitbegründer der Gazeta Polska/Polnischen Zeitung in Kosten. 1897 bzw. 1899 übernahm er von seinem Vater die Güter Bonikowo und Chłapowo, Kreis Schroda/Środa Wielkopolska. Bis 1903 Reisen in zahlreiche Länder Europas, nach Kleinasien, Nordafrika und in den Sudan. Vorstandmitglied landwirtschaftlicher Vereine und Genossenschaften, Mitarbeiter verschiedener polnischer Zeitungen und Aufsichtsratsmitglied des Teatr Polski w Poznaniu/Polnischen Theaters in Posen. Im März 1904 und im Januar 1907 wurde er im Wahlkreis Schroda-Schrimm/Środa Wielkopolska-Śrem mit Wahlergebnissen von 78,59% und 77,65% als Abgeordneter in die polnische Fraktion des Deutschen Reichstags gewählt. Er war Mitglied zahlreicher Ausschüsse, u.a. für Börsengesetze, Münzwesen, Reichsbanknoten, Petitionen, Reichshaushalts-Etat und Kraftfahrzeuge. Als Mitglied des Malteser-Ordens und Vertreter Maltas des Internationalen Roten Kreuzes leitete er während des Ersten Weltkriegs Krankenhäuser in Galizien, Litauen, auf dem Balkan und in Frankreich. 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats in Kosten, Mitglied des Regionalparlaments von Posen und Kommandant der Volksgarden. 1922 Abgeordneter des Sejms, 1923 polnischer Landwirtschaftsminister, 1924-36 polnischer Botschafter in Frankreich. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen wurde er verhaftet und starb unter Aufsicht im Krankenhaus von Kościan. Bild: 1936. Eigene Schriften: Die belgische Landwirtschaft im 19. Jahrhundert (Münchener volkswirtschaftliche Studien, 37), Dissertation Stuttgart 1900. 

Literatur: Reichstags-Handbuch, 12. Legislaturperiode, Berlin 1907, 231, 486 (Bild); Reichstagsprotokolle 1895-1918, Register 204, 218; A. Kotowski: Zwischen Staatsräson und Vaterlandsliebe, Düsseldorf 2007, 78, 158.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online;
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/
http://www.reichstagsprotokolle.de
Biblioteka Sejmowa, http://biblioteka.sejm.gov.pl
http://www.sejm-wielki.pl

Link zu den Reichstagsprotokollen: http://www.reichstagsprotokolle.de


Axel Feuß