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Daniel Libeskind. Ein Virtuose der Architektur

Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
Das gelobte Land

In Tel Aviv, wo sich Libeskinds Familie für eine kurze Zeit niederließ, blieb Daniel dem Akkordeon treu. Hier erhält er das prestigeträchtige Stipendium der America-Israel Cultural Foundation (AICF) und gibt mit renommierten Musikern Konzerte, die ihm ausschließlich positive Kritiken bescheren. Seine Begabung ist so außergewöhnlich, dass er als Wunderkind gilt. 1959, nach kaum zwei Jahren in Israel, beschließt die Familie, in die Vereinigten Staaten auszuwandern, wo sie in der New Yorker Bronx ansässig wird. In Amerika scheint Daniels musikalische Karriere zunächst eine ausgemachte Sache zu sein. Doch dann stellt sich heraus, dass der Teenager die Möglichkeiten seines Instruments ausgeschöpft hat, während es jedoch schon zu spät ist, um noch mit einer anspruchsvolleren Ausbildung am Klavier zu beginnen. In dieser Zeit tritt seine zweite Leidenschaft, das Zeichnen, der Daniel Libeskind schon in Israel frönte, indem er Darstellungen chassidischer Hochzeiten vorlagengetreu kopierte, politische Karikaturen anfertigte und Landschaften malte, immer mehr in den Vordergrund.

In New York besucht Libeskind die Bronx High School of Science, an der er einen Kurs für technische Zeichner besucht. „Da wir uns damals auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs befanden, haben wir fast ausschließlich Waffen und Flugzeuge gezeichnet. Mein erster Entwurf galt einem Bunker für den Fall eines Atomkriegs, ein düsteres, apokalyptisches Projekt“[2], erinnert sich Libeskind nach Jahren in einem Interview. Allmählich keimt in ihm die Idee, seine Leidenschaft zur Lebensgrundlage zu machen, obwohl die Mutter des künftigen Architekten mit einer Zukunft ihres Sohnes als freier Künstler nicht einverstanden ist. Sie rät ihm zum Studium der Architektur, indem sie ihn davon überzeugt, dass er seine künstlerische Ader in den Entwürfen von Gebäuden ausleben kann. Der Vorschlag drückt aber auch aus, dass ihr insbesondere ein vernünftiges Einkommen des Sohnes am Herzen liegt, da sie selbst aufgrund ihrer unzureichenden Sprachkenntnisse in Amerika für wenig Lohn in einer Pelzfärberei arbeiten muss.

1970 legt Daniel Libeskind an der New Yorker Privatschule Cooper Union sein Architekturdiplom ab. Zwei Jahre später schließt er an der University of Essex in Großbritannien sein Studium der Geschichte und der Architekturgeschichte ab. In den folgenden Jahren wirkt Libeskind als Architekturtheoretiker – er hält Vorlesungen und ist in den Jahren 1978 bis 1985 Dekan der Fakultät für Architektur an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield (Michigan). Von 1986 bis 1989 leitet Libeskind in Mailand das von ihm gegründete private Institut für Architektur und Stadtplanung „Architecture Intermundium“ und er wirkt als Gastprofessor an den Universitäten in Chicago, London, Kopenhagen, Yale und vielen anderen Hochschulen.

 

[2] Jens Tönnesmann, Du solltest keine Ziele haben, Zeit Online, 12.05.2016, [online] https://www.zeit.de/2016/19/daniel-libeskind-architekt-juedische-einwanderer/komplettansicht (letzter Zugriff: 16.03.2021).

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  • Abb. 1: Wohnhaus in Covington, USA

    Wohnhaus in Covington, USA.
  • Abb. 2: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 3: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 4: Jüdisches Museum in San Francisco

    Jüdisches Museum in San Francisco.
  • Abb. 5: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA.
  • Abb. 6: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA. 
  • Abb. 7: Denver Art Museum, USA

    Denver Art Museum, USA. 
  • Abb. 8: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 9: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 10: Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen

    Dänisches Jüdisches Museum in Kopenhagen. 
  • Abb. 11: Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 12. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 13. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 14. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 15. Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

    Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück.
  • Abb. 16: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 17: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 18: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 19: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 20: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 21: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England
  • Abb. 22: Imperial War Museum North, Manchester, England

    Imperial War Museum North, Manchester, England.
  • Abb. 23: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 24: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 25: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 26: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 27: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 28: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 29: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 30: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 31: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 32: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 33: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 34: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 35: London Metropolitan University. Graduate Center

    London Metropolitan University. Graduate Center.
  • Abb. 36: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 37: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 38: Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, Padua, Italien

    Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Padua, Italien.
  • Abb. 39: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 40: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 41: The Whole Center, Ramat-Gan, Israel

    The Whole Center, Ramat-Gan, Israel. 
  • Abb. 42: Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011

    Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
  • Abb. 43: Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011

    Daniel Libeskind am Tag der Eröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, 2011.
  • Abb. 44: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden

    Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 45: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden

    Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 46: Aussichtsplattform des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden

    Aussichtsplattform des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden.
  • Abb. 47: Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz

    Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz.
  • Abb. 48: Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz

    Freizeit- und Einkaufszentrum Westside, Bern, Schweiz.
  • Abb. 49: Jüdisches Museum Berlin.

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 50: Jüdisches Museum Berlin

    Jüdisches Museum Berlin.
  • Abb. 51: Warschau, Wohnhaus Złota 44 (rechts)

    Warschau, Wohnhaus Złota 44 (rechts).
  • Abb. 52: Royal Ontario Museum, Kanada

    Royal Ontario Museum, Kanada.
  • Abb. 53: Royal Ontario Museum, Kanada

    Royal Ontario Museum, Kanada.
  • Abb. 54: Wohnanlage in Mailand

    Wohnanlage in Mailand.
  • 55. Budynki tzw. Kö-Bogen w Düsseldorfie

    Budynki tzw. Kö-Bogen w Düsseldorfie
  • 56. Tarasy Kö-Bogen w Düsseldorfie.

    Tarasy Kö-Bogen w Düsseldorfie.
  • 57. Budynek Uniwersytetu Durham, Anglia.

    Budynek Uniwersytetu Durham, Anglia.
  • 58. "Wing" - rzeźba Daniela Libeskinda przed wejściem do budynku firmy Siemens, Berlin.

    "Wing" - rzeźba Daniela Libeskinda przed wejściem do budynku firmy Siemens, Berlin.
  • 59. "Wing" - rzeźba Daniela Libesknda przed wejściem do budynku firmy Siemens.

    "Wing" - rzeźba Daniela Libesknda przed wejściem do budynku firmy Siemens.