Polinnen und Polen in Deutschland: Wege in die Sichtbarkeit

Magdalena Abakanowicz, Bambini, 1998
Magdalena Abakanowicz, Bambini, 1998. Ausstellungsansicht in der St. Elisabeth-Kirche, Berlin, Gallery Weekend 2015, Galerie ŻAK | BRANICKA, Berlin

Wandernde Grenzen

Mit den drei Teilungen Polens zwischen 1772 und 1795 änderte sich die Situation, denn nicht die Menschen wanderten nun, sondern die Grenzen. Insgesamt dürften um 1800 rund 2,5 Millionen polnischsprachige Menschen in Preußen gelebt haben, das ja bis Warschau reichte. Nach den napoleonischen Kriegen wurden die Grenzen beim Wiener Kongress neu gezogen, aber immer noch gehörten große altpolnische Gebiete zu Preußen. Vor dem Ersten Weltkrieg dürften zwischen 2,5 und 4,5 Millionen Polnischsprachige im Reich gelebt haben – man weiß das nicht so genau, weil die Statistiken unzuverlässig sind und viele Polen aus Angst vor Diskriminierung bei den Volkszählungen ihre Muttersprache verleugneten. Die polnischen Siedlungszentren waren Westpreußen/Pommerellen, die Provinz Posen/Großpolen, das südliche Ostpreußen sowie Oberschlesien. Während die protestantischen Masuren einer voranschreitenden Assimilation unterlagen, die jedoch auch vor dem Zweiten Weltkrieg noch längst nicht abgeschlossen war, entwickelte sich vor allem Großpolen als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der polnischen Minderheit, die unverdrossen nach kultureller Autonomie und einem eigenen Staat strebte.

Diese Freiheitsliebe der Polen wirkte ansteckend: Als 1832 mehrere tausend polnische Offiziere nach dem verlorenen Aufstand gegen Russland durch die deutschen Länder ins Exil nach Frankreich zogen, wurden sie unterwegs jubelnd von den Bürgerinnen und Bürgern deutscher Städte begrüßt. Und auf dem Hambacher Fest 1832 galt ihr Kampf gegen Restauration und Autokratie als Weckruf für das liberale Europa. Bis 1848, als die Befreiung des Freiheitskämpfers Ludwik Mierosławski aus dem Berliner Gefängnis Moabit am Anfang der Märzrevolution stand, hielt die Polenbegeisterung an, ehe es im Frankfurter Paulskirchenparlament zur Debatte kam: Sollte ein demokratisches Deutschland nicht bereit sein, die polnischen Provinzen Preußens an ein freies Polen zurückzugeben? Aber wie rasch wandelten sich die Ansichten: Die Aussicht auf die Schaffung eines deutschen Nationalstaat ließ die Polinnen und Polen innerhalb der deutschen Länder zu Vertretern einer zunehmend gefährlich erscheinenden Irredenta werden. Die Versuche der preußischen Regierung, die „polnische Gefahr“, wie man dies zunehmend sah, zu bekämpfen, führte zu zahlreichen Auseinandersetzungen und zur wachsenden Diskriminierung des polnischen Bevölkerungsteils.

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  • Grabmal der Königin Richeza im Kölner Dom

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  • Wappen des Ehepaares Hedwig Jagiellonica und Georg dem Reichen von Bayern-Landshut in der Burg zu Burghausen.

    Wappen des Ehepaares Hedwig Jagiellonica und Georg dem Reichen

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    Glasmalerei im Landshuter Rathaus

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  • Athanasius Graf Raczyński, 1826

    Athanasius Graf Raczyński, 1826

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  • Palais Raczynski am Königsplatz (um 1875)

    Palais Raczynski

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  • Empfang der Polen in Leipzig 1830

    Empfang der Polen in Leipzig 1830

    Guillaume Thierry, Lithographie nach einer Zeichnung von Charles Malankiewicz, 39,8 x 48,7 cm, 1830/31
  • Durchzugsrouten polnischer Novemberaufständischer und deutscher Polenhilfsvereine 1831 – 1833 (Überblick). H. Asmus, 1981. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

    Durchzugsrouten (Überblick)

    Durchzugsrouten polnischer Novemberaufständischer und deutscher Polenhilfsvereine 1831 – 1833 (Überblick). H. Asmus, 1981. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Die denkwürdigsten Tage des Jahres 1830, Gedächtnistafel in 12 Tableaux, Verlag Johann Andreas Endter, Nürnberg, 1830, Radierung, koloriert, 30,3 x 43,5 cm

    Gedächtnistafel in 12 Tableaux

    Die denkwürdigsten Tage des Jahres 1830, Gedächtnistafel in 12 Tableaux, Verlag Johann Andreas Endter, Nürnberg, 1830, Radierung, koloriert, 30,3 x 43,5 cm
  • Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum Jubiläum „175 Jahre Hambacher Fest“

    Hambacher Fest

    Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum Jubiläum „175 Jahre Hambacher Fest“
  • Ludwik Mierosławski (1814-1878)

    Ludwik Mierosławski

    Ludwik Mierosławski (1814-1878), Foto um 1850
  • Józef Ignacy Kraszewski um das Jahr 1879

    Józef Ignacy Kraszewski

    Józef Ignacy Kraszewski um das Jahr 1879
  • Kraszewski-Museum in Dresden

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    Kraszewski-Museum in Dresden
  • „Chopin spielt im Salon des Fürsten Anton Radziwill in Berlin“

    „Chopin spielt im Salon des Fürsten Anton Radziwill in Berlin“

    Ein Gemälde von Henryk Siemiradzki (1843-1902), um 1880, Sankt Petersburg, Staatliches Russisches Museum
  • Wiarus Polski vom 3. Juli 1907

    Wiarus Polski, Bochum

    Ausgabe vom 3. Juli 1907
  • Sachsengänger bei der Ankunft in Berlin, 1909

    Sachsengänger

    Sachsengänger bei der Ankunft in Berlin, 1909
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    Titelseite der ersten Ausgabe von „Narodowiec“

    Titelseite der ersten Ausgabe von „Narodowiec“, Herne, 2. Oktober 1909, aus: „Polak w Niemczech”, Bochum 1972, S. 44
  • Carl Teufel: Künstleratelier Alfred Wierusz-Kowalski, München 1889

    Atelier von Alfred Wierusz-Kowalski in München, 1889

    Carl Teufel: Künstleratelier Alfred Wierusz-Kowalski, München 1889. Schwarzweiß-Fotografie vom Glasnegativ, 18 x 24 cm 
  • Kaiser Wilhelm II. und Adolf v. Menzel im Atelier des Malers Adalbert von Kossak.

    Kaiser Wilhelm II. im Atelier von Wojciech Kossak in Berlin, 1899

    Kaiser Wilhelm II. und Adolf v. Menzel im Atelier des Malers Adalbert von Kossak (Wojciech Kossak).
  • Rosa Luxemburg während ihrer Rede auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, August 1907.

    Internationaler Sozialistenkongress

    Rosa Luxemburg während ihrer Rede auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, August 1907.
  • Helena und Stanisław Sierakowski, Hochzeitsfoto, 1910

    Helena und Stanisław Sierakowski, Hochzeitsfoto, 1910

    Stanisław Sierakowski - der erste Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland "Rodło"
  • Hochzeitstelegramm mit zwei Männern in Nationaltrachten und der Kartusche mit einem weißen Adler, Farbdruck, 1913.

    Hochzeitstelegramm der Breslauer Polonia, 1913

    Hochzeitstelegramm mit zwei Männern in polnischen Nationaltrachten und der Kartusche mit einem weißen Adler, Farbdruck, 1913.
  • Roman Witold Ingarden, Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den Eintragungen von Edmund Husserl, 1916

    Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

    Roman Witold Ingarden, Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den Eintragungen von Edmund Husserl, 1916
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    Von Magdeburg in die Unabhängigkeit Polens - ein Film über einen polnischen Mythos.
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    Haus in der Festung Magdeburg

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    Radziwill-Palais

    Radziwill-Palais, Blick in den “Roten Salon” und in den Wintergarten des Gebäudes, um 1927.
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    Religiöse Zeremonie in Herne, 1930

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  • Werbeplakat für den Film Ich liebe alle Frauen (1935) mit Jan Kiepura

    Werbeplakat für den Film "Ich liebe alle Frauen" (1935) mit Jan Kiepura

    Werbeplakat für den Film "Ich liebe alle Frauen" (1935) mit Jan Kiepura in der Hauptrolle
  • Dziennik Berliński

    Dziennik Berliński

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    Familie Jankowski – Ruhrpolen in Herne 1936

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  • Polnischer Zwangsarbeiter beim Milchfahren, ca. 1943

    Polnischer Zwangsarbeiter beim Milchfahren, ca. 1943

    Polnischer Zwangsarbeiter vom Hof Schweers (Kr. Borken) beim Milchfahren, ca. 1943, Sammlung Ignaz Böckenhoff: Das Dorf Raesfeld in den 1930er bis 1960er Jahren
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    Polnisches Modemagazin „Moda“ in Niederlangen (Emsland), 1945

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  • Soldat der polnischen 1. Panzerdivision

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    Soldat der polnischen 1. Panzerdivision des Generals Stanissław Maczek auf dem Hof der Kaserne in Wilhelmshaven, Mai 1945.
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    Józef Szajna in Maczków

    Józef Szajna in Maczków (Haren) an der Ems, 1946.
  • Friedhofskapelle im DP-Lager Flossenbürg, 1947

    Friedhofskapelle im DP-Lager Flossenbürg, 1947

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    Artur Brauner

    Der Filmproduzent Artur "Atze" Brauner. Das Foto wurde am 25. Januar 2002 in Leipzig am Rande der mdr-Talkshow "Riverboat" aufgenommen.
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    Eine Filmdokumentation über die legendäre Persönlichkeit des deutschen und internationalen Films.
  • Tadeusz Nowakowski, ca. 1950

    Tadeusz Nowakowski, ca. 1950

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    Teresa Nowakowski (101) im Gespräch mit Sohn Krzysztof, London 2019.

    Teresa Nowakowski (101) im Gespräch mit Sohn Krzysztof, London 2019 (auf Polnisch).
  • Fronleichnam in der Siedlung für polnische Displaced Persons in Dortmund Eving, 1951

    Fronleichnam in der Siedlung für polnische Displaced Persons in Dortmund Eving, 1951

    Ein durch die polnische DP-Familie Sokołowski angefertigter Alter für die Fronleichnamsprozession, Dortmund Eving, 1951.
  • Stefan Arczyński (rechts) mit einem Bekannten in Moskau. Fotograf unbekannt, 1956.

    Stefan Arczyński in Moskau, 1956

    Stefan Arczyński (rechts) mit einem Bekannten in Moskau. Fotograf unbekannt, 1956.
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    Mieczysław Wejman, „Der Schlaf ist Bruder des Todes“, Wildflecken, 1971

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  • Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF Titel der Sendung: Aus gegebenem Anlass - Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk

    Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF

    Titel der Sendung: Aus gegebenem Anlass - Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk
  • Karol Broniatowski

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  • Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland in der St. Anna Kirche der Polnischen Katholischen Mission in Dortmund. Die Fahnen gehören zum Bestand der Porta Polonica.

    Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland

    Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland in der St. Anna Kirche der Polnischen Katholischen Mission in Dortmund. Die Fahnen gehören zum Bestand der Porta Polonica.
  • Film "Narr und Nonne" - St. Ignacy Witkiewicz, Filmstudio Transform, Regie: Janina Szarek

    Film "Narr und Nonne" - St. Ignacy Witkiewicz, Filmstudio Transform, Regie: Janina Szarek
  • WURMLOCH, 2008

    Video-Installation im öffentlichen Raum, Stahlkonstruktion, Glas, Video, Monitor, DVD Player, Ø = 100 cm, H = 110 cm. Copyright: Karina Smigla-Bobinski
  • Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung.

    Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung

    Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung.
  • Audiodatei

    Interview mit Leszek Zadlo

    Interview mit Leszek Zadlo
  • Köln, Hohenzollernbrücke

    Stefan Szczygieł

    Aus der Serie „Urban Spaces“, 2005-2009, „Köln, Hohenzollernbrücke“, Inkjet Photo Print, 85 x 240 cm.
  • ZEITFLUG - Hamburg

    ZEITFLUG - Hamburg, Video, 2008; 12:00 Min. Stefan Szczygieł. Courtesy: Claus Friede*Contemporary Art
  • Lech Wieleba am Kontrabass.

    Lech Wieleba

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    Empty Images, 2000/2006. Bild (Berlin), 12. Januar 2006
  • Monika Czosnowska, Johanna

    Monika Czosnowska, Johanna

    Monika Czosnowska, Johanna , 2004, C-Print, 78 x 66 cm, Sammlung Marta Herford, Zugangsjahr: 2005
  • Polonia Dortmund 2012

    Polonia Dortmund 2012

    Robert Lewandowski, Łukasz Piszczek und Jakub Błaszczykowski von Borussia Dortmund mit der Meisterschale der Bundesliga 2012
  • In Blau, Małgosia Jankowska, 2015, Aquarell, Filzstift auf Papier, 100 x 150 cm.

    Małgosia Jankowska

    In Blau, 2015, Aquarell, Filzstift auf Papier, 100 x 150 cm.
  • Katarzyna Myćka

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  • Der Planet von Susanna Fels

    Ein Kunstfilm von Susanna Fels mit den Fotos von u.a. Annette Hudemann, 2019.
  • Agata Madejska, RISE, 2018. Installation view, ∼ =, Impuls Bauhaus, Zeche Zollverein, Essen, 2019.

    Agata Madejska, RISE, 2018

    Agata Madejska, RISE, 2018. Installation view, ∼ =, Impuls Bauhaus, Zeche Zollverein, Essen, 2019.