Polinnen und Polen in Deutschland: Wege in die Sichtbarkeit

Magdalena Abakanowicz, Bambini, 1998
Magdalena Abakanowicz, Bambini, 1998. Ausstellungsansicht in der St. Elisabeth-Kirche, Berlin, Gallery Weekend 2015, Galerie ŻAK | BRANICKA, Berlin

Nach dem Krieg: Polen in Deutschland – einige Zahlen

Direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten in den vier Besatzungszonen mehr als 1,7 Millionen Polen, ehemalige Zwangsarbeiter, KZ-Insassen und Kriegsgefangene. Als „Displaced Persons“ verbrachten sie teils Monate, teils Jahre vor allem in den westlichen Zonen, und auch nachdem die meisten entweder in die Heimat zurückgehrt oder weitergewandert waren, blieben rund 80.000 von ihnen in der Bundesrepublik. Der Versuch, im Emsland mit der Gründung der Stadt Maczków polnische territoriale Strukturen aufzubauen, endete mit der Auflösung der polnischen Armeeeinheiten, die hier den Besatzungsdienst versahen. Zu diesen versprengten Polen in Deutschland zählten auch einige illustre Persönlichkeiten, die über Jahrzehnte hin das kulturelle Leben prägen sollten: Etwa Artur Brauner, der sich als polnischer Jude gleich nach Kriegsende in Berlin niederließ und zu dem wohl bedeutendsten Film-Mogul des bundesrepublikanischen Wirtschaftswunders werden sollte.

Aber die Zahl der Polnischsprachigen in Deutschland nahm rasch wieder zu. Zwischen 1950 und 1990 siedelten etwa 1,4 Mio. deutschstämmige Personen aus dem polnischen Staat in die Bundesrepublik Deutschland aus (weitere gingen in die DDR), ein Großteil kam in den 1980er Jahren: Alleine zwischen 1988 und 1990 waren es 520.000. Während die Aussiedler anfangs tatsächlich noch deutsch sozialisiert waren und in ihren Familien Deutsch gesprochen hatten, waren sie in den 1980er Jahren größtenteils polnisch sozialisiert und sprachen kein Deutsch, nutzten aber die rechtlichen Möglichkeiten, um angesichts der wirtschaftlich und politisch schwierigen Lage in Polen ausreisen zu können.

Seit der Aufhebung des Visumzwangs 1990 und der schrittweisen Erleichterung der Arbeitsaufnahme in Deutschland hat die Zahl der in Deutschland lebenden polnischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ein hohes Niveau erreicht. Waren 1990 im wiedervereinigten Deutschland 241.000 Polen mit ausschließlich polnischer Staatsangehörigkeit registriert, so waren es Ende 2018 rund 860.000. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wenn man nämlich nach dem Migrationshintergrund fragt, so lebten 2017 in Deutschland 2,1 Mio. Menschen mit biographischem Bezug zu Polen, was nach Menschen aus der Türkei und vor solchen aus der Russischen Föderation die zweitgrößte Gruppe war. Parallel hielt die saisonale Zuwanderung von polnischen Erwerbstätigen an, allerdings seit dem EU-Beitritt Polens mit rasch sinkender Zahl.

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  • Athanasius Graf Raczyński, 1826

    Athanasius Graf Raczyński, 1826

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  • Palais Raczynski am Königsplatz (um 1875)

    Palais Raczynski

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  • Empfang der Polen in Leipzig 1830

    Empfang der Polen in Leipzig 1830

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  • Durchzugsrouten polnischer Novemberaufständischer und deutscher Polenhilfsvereine 1831 – 1833 (Überblick). H. Asmus, 1981. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

    Durchzugsrouten (Überblick)

    Durchzugsrouten polnischer Novemberaufständischer und deutscher Polenhilfsvereine 1831 – 1833 (Überblick). H. Asmus, 1981. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Die denkwürdigsten Tage des Jahres 1830, Gedächtnistafel in 12 Tableaux, Verlag Johann Andreas Endter, Nürnberg, 1830, Radierung, koloriert, 30,3 x 43,5 cm

    Gedächtnistafel in 12 Tableaux

    Die denkwürdigsten Tage des Jahres 1830, Gedächtnistafel in 12 Tableaux, Verlag Johann Andreas Endter, Nürnberg, 1830, Radierung, koloriert, 30,3 x 43,5 cm
  • Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum Jubiläum „175 Jahre Hambacher Fest“

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  • Ludwik Mierosławski (1814-1878)

    Ludwik Mierosławski

    Ludwik Mierosławski (1814-1878), Foto um 1850
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    Józef Ignacy Kraszewski

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  • „Chopin spielt im Salon des Fürsten Anton Radziwill in Berlin“

    „Chopin spielt im Salon des Fürsten Anton Radziwill in Berlin“

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    Ausgabe vom 3. Juli 1907
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    Sachsengänger bei der Ankunft in Berlin, 1909
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    Titelseite der ersten Ausgabe von „Narodowiec“

    Titelseite der ersten Ausgabe von „Narodowiec“, Herne, 2. Oktober 1909, aus: „Polak w Niemczech”, Bochum 1972, S. 44
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    Atelier von Alfred Wierusz-Kowalski in München, 1889

    Carl Teufel: Künstleratelier Alfred Wierusz-Kowalski, München 1889. Schwarzweiß-Fotografie vom Glasnegativ, 18 x 24 cm 
  • Kaiser Wilhelm II. und Adolf v. Menzel im Atelier des Malers Adalbert von Kossak.

    Kaiser Wilhelm II. im Atelier von Wojciech Kossak in Berlin, 1899

    Kaiser Wilhelm II. und Adolf v. Menzel im Atelier des Malers Adalbert von Kossak (Wojciech Kossak).
  • Rosa Luxemburg während ihrer Rede auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, August 1907.

    Internationaler Sozialistenkongress

    Rosa Luxemburg während ihrer Rede auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, August 1907.
  • Helena und Stanisław Sierakowski, Hochzeitsfoto, 1910

    Helena und Stanisław Sierakowski, Hochzeitsfoto, 1910

    Stanisław Sierakowski - der erste Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland "Rodło"
  • Hochzeitstelegramm mit zwei Männern in Nationaltrachten und der Kartusche mit einem weißen Adler, Farbdruck, 1913.

    Hochzeitstelegramm der Breslauer Polonia, 1913

    Hochzeitstelegramm mit zwei Männern in polnischen Nationaltrachten und der Kartusche mit einem weißen Adler, Farbdruck, 1913.
  • Roman Witold Ingarden, Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den Eintragungen von Edmund Husserl, 1916

    Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

    Roman Witold Ingarden, Studienbuch der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den Eintragungen von Edmund Husserl, 1916
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    Von Magdeburg in die Unabhängigkeit Polens - ein Film über einen polnischen Mythos.
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    Haus in der Festung Magdeburg

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  • Radziwill-Palais, Blick in den “Roten Salon” und in den Wintergarten des Gebäudes, um 1927.

    Radziwill-Palais

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  • Religiöse Zeremonie "Glaube unserer Väter" im westfälischen Herne, 1930

    Religiöse Zeremonie in Herne, 1930

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    Werbeplakat für den Film "Ich liebe alle Frauen" (1935) mit Jan Kiepura

    Werbeplakat für den Film "Ich liebe alle Frauen" (1935) mit Jan Kiepura in der Hauptrolle
  • Dziennik Berliński

    Dziennik Berliński

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    Polnischer Zwangsarbeiter beim Milchfahren, ca. 1943

    Polnischer Zwangsarbeiter vom Hof Schweers (Kr. Borken) beim Milchfahren, ca. 1943, Sammlung Ignaz Böckenhoff: Das Dorf Raesfeld in den 1930er bis 1960er Jahren
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    Polnisches Modemagazin „Moda“ in Niederlangen (Emsland), 1945

    Auf dem Titelblatt des in dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager für die Teilnehmerinnen des Warschauer Aufstandes entstandenen Magazins wird kurz nach der Befreiung durch die polnische 1. Panzerdivisio...
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    Soldat der polnischen 1. Panzerdivision des Generals Stanissław Maczek auf dem Hof der Kaserne in Wilhelmshaven, Mai 1945.
  • Józef Szajna in Maczków (Haren) an der Ems, 1946.

    Józef Szajna in Maczków

    Józef Szajna in Maczków (Haren) an der Ems, 1946.
  • Friedhofskapelle im DP-Lager Flossenbürg, 1947

    Friedhofskapelle im DP-Lager Flossenbürg, 1947

    Ein Kirchenfenster aus der durch polnische Displaced Persons 1946-47 erbauten Friedhofskapelle auf dem Gelände des ehemaligen KZ Flossenbürg (Detail) nach dem Entwurf von Władysław Płoskoń, 1947.
  • Artur Brauner, Portrait

    Artur Brauner

    Der Filmproduzent Artur "Atze" Brauner. Das Foto wurde am 25. Januar 2002 in Leipzig am Rande der mdr-Talkshow "Riverboat" aufgenommen.
  • Artur Brauner - Ein Jahrhundertleben zwischen Polen und Deutschland

    Eine Filmdokumentation über die legendäre Persönlichkeit des deutschen und internationalen Films.
  • Tadeusz Nowakowski, ca. 1950

    Tadeusz Nowakowski, ca. 1950

    ca. 1950
  • Audiodatei

    Teresa Nowakowski (101) im Gespräch mit Sohn Krzysztof, London 2019.

    Teresa Nowakowski (101) im Gespräch mit Sohn Krzysztof, London 2019 (auf Polnisch).
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    Fronleichnam in der Siedlung für polnische Displaced Persons in Dortmund Eving, 1951

    Ein durch die polnische DP-Familie Sokołowski angefertigter Alter für die Fronleichnamsprozession, Dortmund Eving, 1951.
  • Stefan Arczyński (rechts) mit einem Bekannten in Moskau. Fotograf unbekannt, 1956.

    Stefan Arczyński in Moskau, 1956

    Stefan Arczyński (rechts) mit einem Bekannten in Moskau. Fotograf unbekannt, 1956.
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    Mieczysław Wejman, „Der Schlaf ist Bruder des Todes“, Wildflecken, 1971

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  • Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF Titel der Sendung: Aus gegebenem Anlass - Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk

    Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF

    Titel der Sendung: Aus gegebenem Anlass - Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk
  • Karol Broniatowski

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  • Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland in der St. Anna Kirche der Polnischen Katholischen Mission in Dortmund. Die Fahnen gehören zum Bestand der Porta Polonica.

    Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland

    Historische Vereinsfahnen des Bundes der Polen in Deutschland in der St. Anna Kirche der Polnischen Katholischen Mission in Dortmund. Die Fahnen gehören zum Bestand der Porta Polonica.
  • Film "Narr und Nonne" - St. Ignacy Witkiewicz, Filmstudio Transform, Regie: Janina Szarek

    Film "Narr und Nonne" - St. Ignacy Witkiewicz, Filmstudio Transform, Regie: Janina Szarek
  • WURMLOCH, 2008

    Video-Installation im öffentlichen Raum, Stahlkonstruktion, Glas, Video, Monitor, DVD Player, Ø = 100 cm, H = 110 cm. Copyright: Karina Smigla-Bobinski
  • Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung.

    Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung

    Andrzej Wirth in seiner Berliner Wohnung.
  • Audiodatei

    Interview mit Leszek Zadlo

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  • Köln, Hohenzollernbrücke

    Stefan Szczygieł

    Aus der Serie „Urban Spaces“, 2005-2009, „Köln, Hohenzollernbrücke“, Inkjet Photo Print, 85 x 240 cm.
  • ZEITFLUG - Hamburg

    ZEITFLUG - Hamburg, Video, 2008; 12:00 Min. Stefan Szczygieł. Courtesy: Claus Friede*Contemporary Art
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    Monika Czosnowska, Johanna , 2004, C-Print, 78 x 66 cm, Sammlung Marta Herford, Zugangsjahr: 2005
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  • In Blau, Małgosia Jankowska, 2015, Aquarell, Filzstift auf Papier, 100 x 150 cm.

    Małgosia Jankowska

    In Blau, 2015, Aquarell, Filzstift auf Papier, 100 x 150 cm.
  • Katarzyna Myćka

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    Ein Kunstfilm von Susanna Fels mit den Fotos von u.a. Annette Hudemann, 2019.
  • Agata Madejska, RISE, 2018. Installation view, ∼ =, Impuls Bauhaus, Zeche Zollverein, Essen, 2019.

    Agata Madejska, RISE, 2018

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